Zell u. A Weg mit den alten Lampen

Stromsparexperte aus Leidenschaft: Kurt Ulmer will, dass auch anderen ein Licht aufgeht. Foto: Sylvia Nickus
Stromsparexperte aus Leidenschaft: Kurt Ulmer will, dass auch anderen ein Licht aufgeht. Foto: Sylvia Nickus
Zell u. A / SYLVIA NICKUS 09.02.2012
Mit missionarischem Eifer begibt sich der Stromsparexperte Kurt Ulmer aus Zell unter die Leute und findet immer mehr Anhänger. Im Zeller Seniorenkreis 60plus hatte er 70 interessierte Zuhörer.

Im Anschluss an das opulente Seniorenfrühstück hielt Ulmer einen launigen Vortrag, mit welch einfachen Maßnahmen jeder im Haushalt Strom und damit Kosten sparen kann. Ulmer war selbst überrascht, welch enormes Interesse er für sein Thema hervorrief. "So viele Leute waren noch nie beim Frühstück", sagte er.

"Wir wollen alle Strom sparen, bloß kosten darf es nichts. Schließlich sind wir schon älter, da muss sich eine Investition auch rechnen", bemerkte ein Senior, der gezielt auf Empfehlungen aus war, welche Leuchtbirnen er denn nun kaufen sollte. Die Auswahl auf dem Markt ist groß, und jeder ist unsicher, ob man Energiesparlampen, Halogenlampen oder LED nutzen soll. Eine Dame warf den Einwand in den Raum: "Die Energiesparlampen brauchen ewig, bis sie brennen."

Der "Stromsparpapst" konnte Licht ins Dunkel bringen. Er empfiehlt LED-Leuchten. Sie brennen sofort, sind in der Anschaffung zwar etwas teurer, amortisieren sich aber in kurzer Zeit und haben eine Lebensdauer von 25 Jahren.

Im Zentrum der dicht gedrängt sitzenden Zuhörer hatte Ulmer auf einem Tisch seinen "Lampenladen" aufgebaut. Zu Demonstrationszwecken hatte er einen Holzkasten gebastelt, in dem die Birnen leuchteten und warmweißes, neutralweißes und tageslichtweißes Licht ausstrahlten. Zahlreiche Lampen-, Brenner- und Reflektorformen hatte er auf dem Tisch ausgelegt. "Schmeißt die alten Lampen raus", forderte er die Besucher auf. Im Gemeinderat von Zell habe er angeregt, einen Stromsparwettbewerb unter den Zeller Bürgern zu veranstalten, aber der habe abgelehnt. "Was ich nicht verbrauche, muss ich nicht erzeugen", sagt Ulmer und schüttelt verständnislos den Kopf ob der Engstirnigkeit. Auch im Rathaus sieht er großes Einsparpotenzial, aber sein Vorschlag stieß auf taube Ohren. "Mit anderer Leute Geld braucht man nicht zu sparen", versucht er das Verhalten zu erklären.

31 Lampen hat Ulmer in seinem Haus inzwischen ausgetauscht und rund 70 Prozent Strom gespart. "Norbert, das müssen wir auch machen", raunt eine Frau ihrem Gatten zu, der mit dem Kopf nickt. Vor allem vor dem "Stromklau" warnte Ulmer eindringlich. Er sei in den Urlaub gefahren, die elektrischen Geräte seien nicht in Gebrauch gewesen. Trotzdem habe er festgestellt, dass rund sechs Kilowattstunden Strom verbraucht wurden. Den Stromfresser hat er ausfindig gemacht und eliminiert: Es ist der Bewegungsmelder vor dem Haus. Er empfiehlt, ihn gegen einen batteriebetriebenen Melder auszutauschen oder ganz abzuschaffen. "Es sei denn Sie wollen den Effekt, damit Sie wissen, wenn eine Katze vorbei läuft." Ulmer verweist auf die falschen Angaben des Herstellers und hält den "Strom-Dieb" in die Höhe: "0,6 Watt Stromverbrauch stehen auf dem Etikett, aber er braucht 6 Watt", sagt er, das hat er gemessen.

Teilnehmer Michael Gregorg, der Karl Ulmer bei seiner Präsentation am Laptop hilft, rät auch zum Strom-Anbieterwechsel, ein Preisvergleich sei über das Internet möglich und völlig problemlos. Einige hundert Euro könne man auf diese Weise sparen, habe er fest gestellt.

Robert Lay beendete die rege Diskussion scherzhaft: "Wir können bei 60plus bald eine neue Abteilung aufmachen: die Energieberatung Ulmer." Seine Empfehlung lautete: "Für die Leute, die abends gerne im Bett lesen: Bitte vergessen Sie nicht, wenn Sie umblättern das Licht auszumachen."

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