Abschied  Staufen Baumaschinen: Wechsel in der Chefetage

Joa Schmid 02.01.2018
Staufen Baumaschinen ohne Dannenmann? Einer  der Gründer des Göppinger Unternehmens verabschiedet sich in den Ruhestand.

An die Vorstellung, morgens um 7 Uhr noch nicht in der Firma zu sein, muss sich Manfred Dannenmann erst noch gewöhnen. „Nach so langer Zeit geht das nicht so einfach“, meint der 63-Jährige, der sich zum Jahreswechsel aus der Geschäftsleitung von Staufen Baumaschinen verabschiedet. Zusammen mit seinem Kompagnon Gerhard Vollmer, der die Geschäftsleitung künftig alleine übernimmt, hat er aus einem kleinen Handel mit Baugeräten, Werkzeugen und kleinen Maschinen  in der Stuttgarter Straße ein florierendes Unternehmen mit 62 Mitarbeitern an drei Standorten gemacht. Die Zentrale befindet sich in Göppingen, zwei Niederlassungen in Haubersbronn und Backnang.  Er wolle jetzt die schönen Dinge des Lebens genießen, sagt der gelernte Kaufmann, als ob er die vergangenen 33 Jahre als einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter nicht auch genossen hätte.  „Ich kann mich noch sehr gut an die Anfänge als Zwei-Mann-Unternehmen erinnern“, erzählt er. Begonnen hatte die Erfolgsgeschichte der beiden vor 33 Jahren in der Abteilung Bauwerkzeuge von Raab Karcher  in Göppingen. „Nach sieben Jahren haben wir uns entschlossen, dort als Angestellte aufzuhören und das selber zu machen.“ Das war nicht unbedingt die schlechteste Idee: Heute ist das Unternehmen mit zweistelligem Millionen-Umsatz ein Schwergewicht der Branche. Allein das Betriebsgelände in Göppingen ist 15 000 Quadratmeter groß und birgt verschiedene Geschäftsbereiche: Baumaschinen und Baugeräte werden genauso verkauft wie vermietet, außerdem gibt’s einen umfangreichen Werkstattservice und Schulungen. Schritt für Schritt hatten die beiden Existenzgründer ihre Unternehmen ausgebaut. Bereits 1985 eröffneten sie einen Mietpark für Kleinmaschinen wie etwa Bohrhämmer. Wenig später vermieteten sie den ersten Mini-Bagger und richteten eine Arbeitsbühne ein. Heute verfügt die Firma über 1000 Maschinen, vom Bohrhammer bis zum 33-Tonnen-Kettenbagger. Den ersten Lehrling stellten die beiden Jungunternehmer 1990 ein.  Heute bietet Staufen Baumaschinen vor allem Ausbildungsplätze für Baumaschinenmechaniker und für Berufe im kaufmännischen Bereich an. In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen stetig gewachsen und hat  sein Angebot und seine Dienstleistungen immer wieder erweitert. „Bis heute macht es mir Spaß, meine Kunden zu beraten und die richtige Maschine für sie zu finden.“

So ganz wird der 63-Jährige das auch künftig nicht lassen. Er stehe ihnen weiterhin als Gesellschafter der Firmen Staufen Baumaschinen, Staufen Mietservice und der Immobiliengesellschaft Staufen Haus Gbr zur Verfügung, schreibt er seinen Kunden zum Abschied. Ganz so oft wie früher wird das freilich nicht der Fall sein. „Meine Arbeit habe ich stets mit Herzblut ausgeübt, nun ist es aber Zeit für mich, neue Wege zu gehen“, betont Dannenmann.  Er freue sich auf die Zeit mit seiner Familie und seinen Enkeln, sagt er. Außerdem wolle er viel reisen.  Zeit dafür hat er jetzt.

Gründungsmitglied der  EVB-Bau-Punkt

Expansion Als Gründungsmitglied der Einkaufs- und Handelsgemeinschaft EVB-Bau-Punkt, Göppingen, können Staufen Baumaschinen seit 1984 die gleichen Konditionen wie ein Großkonzern anbieten. Zudem gehört das Unternehmen zum „Fünf-Sterne-Mietverbund“. Damit ist es möglich, auf rund 90 Partner in ganz Deutschland zurückzugreifen. Jüngster Coup der Firma war die Eröffnung eines neuen Service-Centers vor zwei Jahren. Dort wird alles repariert und gewartet, von der Kettensäge bis zum 40-Tonnen-Bagger.