Bei Routinebeproben im Trinkwassernetz in Faurndau wurden mikrobiologisch auffällige Werte festgestellt, teilte das Gesundheitsamt Göppingen mit, nachdem am Mittwoch der Zusatz von Chlor angeordnet worden war. Aufgrund einer bakteriellen Belastung des Leitungswassers durch Escherichia coli wurde am Donnerstagnachmittag, dann ein Abkochgebot für das Leitungswasser im westlichen Teil von Göppingen-Faurndau erlassen.
Zuvor sei der versorgende Trinkwasser-Hochbehälter Haier kontrolliert worden, und man habe einen Tausendfüßler entdeckt, der vermutlich durch einen Defekt in der Lüftung in die Wasserkammer gelangen konnte. „Nach Reparatur der Lüftung, Reinigung der Wasserkammer und Wiederinbetriebnahme waren noch vereinzelt mikrobiologische Werte bei Netzproben gering erhöht, weshalb das Gesundheitsamt vorsorglich eine Chlorung angeordnet hat“, heißt es in einer Mitteilung.

Weitere Laborwerte für Donnerstag erwartet

Der Einsatz von Chlor sei in dieser Konzentration gesundheitlich unbedenklich und man halte sich streng an die gesetzlich vorgegebene Menge, betont das Gesundheitsamt.
Nachdem sich am Montag mikrobiologisch auffällige Werte gezeigt hatten, wird das Leitungwasser seit Mittwoch mit einem erhöhten Chlorgehalt desinfiziert und das Leitungssystem kräftig gespült. Trotz dieser Desinfektion wurden am Mittwoch an zwei von zehn Stellen weiterhin Bakterien nachgewiesen.

Wie kamen die Bakterien ins Trinkwasser von Faurndau?

Wie die Bakterien in das Leitungswasser gelangt sind, ist aktuell nicht eindeutig geklärt. Die Desinfektionsmaßnahmen werden weiterhin durchgeführt und es läuft eine intensive Ursachenforschung. Am Montag, 3. August, werden erneut Proben entnommen. Erste Laborergebnisse kommen voraussichtlich am Mitttwoch. Das Abkochgebot gilt, bis es durch das Gesundheitsamt wieder aufgehoben wird. Die Bürgerinnen und Bürger werden über die Homepage der Stadt Göppingen sowie über die Medien informiert. Auf der städtischen Homepage ist auch eine Liste der betroffenen Bereiche veröffentlicht. Konkret geht es um folgende Straßen:
Am Berg, Arnulfstraße, Banatstraße, Beckhstraße, Böhmerwaldstraße, Boßlerweg, Brenzer Straße, Brühlstraße, Dammstraße, Eckenerstraße, Erzgebirgestraße, Filseckstraße, Filsstraße, Friedhofstraße, Goethestraße, Gutenbergstraße, Haierwaldstraße, Haydnstraße, Heinrichstraße, Hildenbrandstraße, Hintere Mühlstraße, Hirschstraße, Im Freihof, Im Teich, Junkerstraße, Kurze Straße, Limburgstraße, Lina-Stöhr-Weg, Liutbrandstraße, Ludwigstraße, Marienstraße, Obere Wasenstraße, Papiermühle, Rathausstraße, Richard-Wagner-Straße, Schubartstraße, Silcherstraße, Stiftstraße, Stuttgarter Straße, Südmährerstraße, Teckstraße, Turnhallenstraße, Untere Wasenstraße, Vordere Mühlstraße, Wehrstraße, Wölfleweg
Die Stadt Uhingen sei nicht betroffen und werde vorübergehend aus einem anderen Hochbehälter versorgt, sagte Bürgermeister Matthias Wittlinger auf Anfrage der NWZ.

Trinkwasser durch Ausscheidungen verunreinigt

Escherichia coli sind Bakterien, die natürlicherweise im Darm von Tieren und Menschen vorkommen. Über die Ausscheidungen werden sie aber auch auf Pflanzen, im Wasser und im Erdboden nachgewiesen.Im Trinkwasser dürfen keine Escherichia coli nachgewiesen werden, sie gelten als Indikatorkeim für eine Verunreinigung des Wassers.
Um vorsorglich eine Gesundheitsgefährdung auszuschließen, muss beim Nachweis von Escherichia coli das Trinkwasser abgekocht werden, bis das Wasser wieder einwandfrei ist.