Alarmstimmung im Gesundheitsamt: Wegen einer großflächigen Verschmutzung des Leitungswassers im Landkreis Göppingen mit Bakterien besteht in vielen Orten ein Abkochgebot, das voraussichtlich bis Ende kommender Woche gilt. Das hat das Göppinger Landratsamt am Donnerstagabend mitgeteilt. Das Abkochgebot  erstreckt sich auf die Hochzone Aichelberg, Gammelshausen, Heiningen, Eschenbach, Schlat Deggingen-Reichenbach mit den Aussiedlerhöfen, die Stadt Eislingen, Dürnau, Bad Boll sowie Teile der Stadt Göppingen. „Weitere Informationen zu den betroffenen Gebieten und Straßen stellen die Gemeinden auf ihren Homepages zur Verfügung“, heißt es in der Pressemitteilung des Göppinger Landratsamts. Betroffen seien auch Teile des Landkreises Esslingen. Nach Informationen der Göppinger Stadtverwaltung sind in der Hohenstaufenstadt die Ortsteile Ursenwang, Manzen, St. Gotthardt und Hohenstaufen betroffen.
Belastet ist das Wasser nach Angaben des Kreisgesundheitsamts mit Enterokokken, Escherichia coli und coliformen Bakterien. Um das Leitungsnetz zu reinigen, wurde das Trinkwasser bereits mit Chlor desinfiziert und das Leitungssystem kräftig gespült. Am Freitag (6. August 2021) wird das Trinkwasser erneut untersucht, um zu überprüfen, ob die Maßnahmen erfolgreich sind. Erste Laborergebnisse werden nach Angaben der Behörden für kommende Woche erwartet. Wie die Bakterien in das Leitungswasser gelangt sind, sei aktuell nicht geklärt, so das Gesundheitsamt. Weitere Ermittlungen zu dieser Frage laufen.

Eislingen

Das Abkochgebot könne erst nach dem Vorliegen von drei unauffälligen Trinkwasserbefunden durch das Gesundheitsamt aufgehoben werden. Auch hierüber würden die Bürgerinnen und Bürger über die Homepage der Gemeinden sowie über die Medien informiert.
Aufgrund der Dringlichkeit wurde am Donnerstagabend in einigen Gemeinden im Landkreis die Freiwillige Feuerwehr beauftragt, die Bevölkerung mittels Lautsprecherdurchsagen zu informieren.
Die Stadtverwaltung Göppingen rät:
  • Trinken Sie Leitungswasser nur abgekocht.
  • Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens 10 Minuten abkühlen. Die Verwendung eines Wasserkochers ist aus praktischen Gründen zu empfehlen.
  • Nehmen Sie für die Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden ausschließlich abgekochtes Leitungswasser.
  • Sie können das Leitungswasser für die Toilettenspülung und andere Zwecke ohne Einschränkungen nutzen.

Info Enterokokken und E. coli sind Bakterien, die natürlicherweise im Darm von Tieren und Menschen vorkommen. Über Ausscheidungen werden sie auch auf Pflanzen, im Wasser und im Erdboden nachgewiesen. Im Trinkwasser dürfen keine Enterokokken und E. coli nachgewiesen werden, sie gelten als Indikatorkeime für eine Verunreinigung des Wassers.