Rechberghausen Warme Töne und eiskalte Farben

Die Gewinnerin des Malwettbewerbs mit Eis, Sarah aus Donzdorf, steht ganz rechts; Gewinnermotiv: Eistüte unter einem Regenbogen.
Die Gewinnerin des Malwettbewerbs mit Eis, Sarah aus Donzdorf, steht ganz rechts; Gewinnermotiv: Eistüte unter einem Regenbogen. © Foto: Max Schniepp
Rechberghausen / Von Max Schniepp 09.07.2018
Ein Konzert und ein Malwettbewerb mit Eis: Zu einem besonderen Abend mit jungen Künstlern strömten am Freitag hunderte Besucher auf den Rechberghäuser Schlossplatz. Am Ende gab es viele Gewinner.

Ein besonders künstlerischer Abend lockte am Freitag hunderte Besucher zum Open-Air-Konzert der Schurwald-Musikschule auf den Schlossplatz in Rechberghausen. Neben den Klängen der Musikanten hatte eine Kuriosität schon vor dem Konzert für großes Aufsehen gesorgt: Die Rechberghäuser Eisdiele „Fratelli“ brachte zum ersten Mal ihre gefrorenen Kreationen beim Wettbewerb „Malen mit Eis“ für Kinder auf die ganz große Leinwand.

 Den Anfang zum Konzert machte die Big-Band der Schurwald-Realschule unter der Leitung von Musiklehrer Tobias Wegele. Neben klassischen Big-Band-Sounds spielten die Schüler zur Freude des Publikums einige unerwartete Stücke, wie zum Beispiel die Harry-Potter-Filmmusik. Bevor das sinfonische Projektorchester der Musikschule Reichenbach, der Schurwald-Musikschule und der Musikschule Ebersbach/Schlierbach den Abend ausklingen ließen, präsentierte eine dreiköpfige Jury den Gewinner des Malwett­bewerbs.

 „Malen mit Eis“, das hieß tatsächlich Malen mit Eis – auf einer weißen Leinwand. Eis, das man sonst in den Waffeln und Bechern des Cafés findet. Klingt ungewöhnlich –  funktioniert aber relativ gut. Die klebrige Eismasse haftete auf der rauen Oberfläche ohne Zwischenfälle. Aber wie kommt man auf die Idee, mit Pistazien- oder Schokoladeneis Wiesen und Bäume zu malen? Da die Eisdiele „Fratelli“ Anfang des Jahres den unter Eismachern sehr begehrten Preis „Artisti del Gelato“ erhielt, habe man das Projekt gestartet, erzählte Mitbesitzer Fabio Vercelli. Übersetzt bedeutet „Artisti del Gelato“ Eiskünstler. Nur besonders herausragende Betriebe werden mit diesem Titel von einem italienischen Eiskunst-Kollektiv prämiert. Die Kriterien seien streng. Nur wer authentisch italienisches Eis mit natürlichen Zutaten mache und jedes Jahr neu vor Testern bestehen könne, bleibe „Eiskünstler“ und dürfe am jährlichen Treffen der „Artisti del Gelato“ in Italien teilnehmen, erläutert Vercelli.

 Mit der Idee, Eis und Kunst noch besser miteinander zu verbinden, begann der Malwettbewerb in der Eisdiele: Viele Bewerbungsbilder wurden abgegeben. Die besten zehn jungen Künstler durften ihr Können am Freitag der Jury beweisen – gemalt wurde dann nur mit Eis. Die Juroren waren die Rechberghäuser Bürgermeisterin Claudia Dörner, die Künstlerin Elke Mezger sowie der Göppinger Künstler Tony Falconieri – zusammen bewerteten sie die Bilder, was ihnen alles andere als leicht fiel. „Es ist immer schwer, eine Entscheidung zu treffen“, kommentierte Bürgermeisterin Dörner das Ergebnis, jedoch sei man sich am Ende einig geworden. Sarah aus Donzdorf entschied den Wettbewerb mit dem Motiv einer Eistüte unter einem Regenbogen für sich. Das passte zum Tag, es hatte nämlich auch kurz geregnet. Sarah gewann vier exklusive Malstunden bei Juror Tony Falconieri. Alle Kinder erhielten aber allein für die Teilname am Finale Preise von vielen Unterstützern, darunter Gutscheine für die „Alte Station“ oder zehn Gratis-Eiskugeln bei „Fratelli“.

Erlös für guten Zweck

Nicht nur die Teilnehmer des Wettbewerbs, sondern auch die Rechberghäuser Realschule und die  Musikschule hatten Grund zur Freude: Insgesamt kamen bei dem Open-Air-Konzertabend knapp 1000 Euro zusammen, die zwischen Musik- und Realschule aufgeteilt werden. Bürgermeisterin Claudia Dörner war angesichts der hohen Spendensumme begeistert: „Mir fällt es schwer, Worte zu finden, das ist wirklich unglaublich“.

Brauchen kann gerade die Schurwald-Realschule das Geld sehr gut für einen zweiten Wasserspender, denn momentan können die Schüler ihr Wasser nicht auf den Gängen im Hauptgebäude nachfüllen, was ein zweiter Wasserspender ändern würde.

 Juror Tony Falconieri freute sich über die musikalischen Darbietungen des Abends, vor allem aber über die Idee der Eisdiele „Fratelli“, einen kreativen Kinder- und Jugendmalwettbewerb für moderne Kunst zu veranstalten. Falconieri stellte fest: „Der Fantasie der Kinder sind keine Grenzen gesetzt.“ Und mit Blick auf die Erwachsenen meinte er: „Es wäre schön, wenn unsere Fantasie auch so grenzenlos wäre“.

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