Wangen Wangen hebt Tempo-30-Zone auf

Kein Kindergartenweg mehr: Die Tempo-30-Zone im unteren Abschnitt der Wangener Ortsdurchfahrt fällt weg.
Kein Kindergartenweg mehr: Die Tempo-30-Zone im unteren Abschnitt der Wangener Ortsdurchfahrt fällt weg. © Foto: Jürgen Schäfer
JÜRGEN SCHÄFER 08.08.2012
Eine Tempo-30-Zone in der Wangener Ortsdurchfahrt wird aufgehoben. Das beschloss die Verkehrsschau-Kommission auf Antrag der Gemeinde.

Viele Gemeinden wollen Tempo-30-Zonen in ihren Ortsdurchfahrten bekommen, Wangen lässt hingegen eine aufheben. Tickt die Schurwaldgemeinde anders? Keineswegs. Auch Wangen will - an anderer Stelle - eine neue Tempo-30-Zone einrichten. Sie ist im Begriff, die Verkehrssituation in etlichen Bereichen der Gemeinde neu zu ordnen und will dabei auch einen alten Zopf abschneiden, erläutert Bürgermeister Daniel Frey.

Ein solcher ist aus Sicht des Gemeinderats die Tempo-30-Zone im unteren Abschnitt der Ortsdurchfahrt zwischen der Holzhäuser Straße und der Hangstrecke Richtung Faurndau. Die wurde vor sieben Jahren eingerichtet, um den Kindergartenweg zum Kindergarten Talstraße zu sichern. Der existiert mittlerweile aber nicht mehr, dank des neuen Kinderhauses, und so sei "der Sinn und Zweck der Tempo-30-Zone weggefallen", sagt der Schultes. Der Gemeinderat habe dies nahezu einstimmig beschlossen.

Über den Antrag hatte gestern die Verkehrsschau-Kommission des Kreises zu entscheiden. Karlheinz Kohnemann von der Kreisverkehrswacht wollte als einziger an der Tempo-30-Zone festhalten. Seine Institution stand seinerzeit dabei Pate. Denn das Kindergarten-Verkehrsmobil der Verkehrswacht, das in den Gemeinden Verkehrserziehung leistet, hat den Wunsch bei einem Vorortbesuch zusammen mit Wangener Eltern aufgebracht.

Dass jetzt allenfalls wenige Kinder die Ortsdurchfahrt in der Tempo-30-Zone queren und dafür einen Zebrastreifen haben, wie es der Hauptamtsleiter der Gemeinde, Volker Kirn, erläuterte, war für Kohnemann kein Argument. Der enge Kurvenbereich und der Schutz am Zebrastreifen spielten auch eine Rolle, für die wenigen Kinder bleibe es trotzdem gefährlich. Kohnemann ließ auch nicht gelten, dass die Unfallgefahr gering sei - in den letzten anderthalb Jahren fiel nichts vor und vor 2005 auch nichts Auffälliges. "Es gibt dort keine Unfälle, weil wir es gut gesichert haben", urteilt Kohnemann.

Verkehrsschau-Leiter Karl Moser folgte dagegen der Sicht der Gemeinde. Die Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone seien weggefallen, übrigens auch der Lkw-Durchgangsverkehr, für den die Strecke neuerdings tabu ist. Der Zebrastreifen, der eigentlich nicht mit einer Tempo-30-Zone kombiniert werden solle, biete weiterhin Schutz bei ausreichender Sicht.

In anderen Bereichen will Wangen Verschärfungen. Ein Starenkasten soll den Ortseingang aus Richtung Schorndorf überwachen, wo nach jüngsten Messungen der schnellste Autofahrer mit haarsträubenden 147 km/h hineinfuhr und der schnellste Lkw mit 87 km/h, betont der Schultes. In der Ortsmitte beim Feuerwehrhaus wünscht Wangen Tempo 30, am Ortseingang Oberwälden sollen verschiedene Ergänzungen für Verkehrsdisziplin sorgen, zwischen Wangen und Oberwälden gilt künftig Tempo 70.