Göppingen Walther-Hensel-Schule wird 50

Seit 50 Jahren gehen Schüler hier ein und aus: Am Freitag feiert die Walther-Hensel-Schule Jubiläum.
Seit 50 Jahren gehen Schüler hier ein und aus: Am Freitag feiert die Walther-Hensel-Schule Jubiläum. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Maximilian Haller 22.06.2018
Die Walther-Hensel-Schule wird nächste Woche 50 Jahre alt. Zeitzeugen werfen einen Blick zurück auf die Anfangsjahre der Werkrealschule.

Die letzte verbleibende Werkrealschule im Kreis feiert Jubiläum: Am 29. Juni wird die Walther-Hensel-Schule (WHS) 50 Jahre alt. Gisela Benesch und Adelheid Sziel-Hummel haben die Anfangsjahre der Göppinger Schule miterlebt. Sie werfen einen Blick zurück.

Gisela Benesch kam 1968 an die WHS, im Gründungsjahr der Schule. „Ich habe es als sehr schöne Zeit empfunden“, resümiert Benesch ihr Schulerlebnis. Die Lehrer seien damals allerdings noch deutlich strenger gewesen. Ohrfeigen und Tatzen waren an der Tagesordnung, jedoch nie für Benesch: „Ich war die bravste Schülerin“, erinnert sie sich. Der Schule ist Benesch verbunden geblieben. Seit zwölf Jahren arbeitet sie dort im Sekretariat. „Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dass ich als Sekretärin zurückkomme“, sagt Benesch.

Ein Urgestein der Schule ist auch Adelheid Sziel-Hummel. Seit 1988 ist sie Lehrerin an der WHS, das macht sie zu einer von zwei Lehrkräften, die schon am längsten an der Schule sind. Auch sie ist gern an der WHS: „Es ist ja auch ein Zeichen, dass ich immer noch hier bin“, findet Sziel-Hummel. Die Rolle der Lehrer habe sich über die Jahre aber gewandelt. Heute stehe der Erziehungsauftrag viel mehr im Vordergrund, der Bildungsauftrag dürfe dabei nicht zu spät kommen. Inzwischen leitet Sziel-Hummel die Kooperationsklasse an der WHS. Schüler aus dem ganzen Kreis kommen nach ihrem achten Schuljahr in diese Klasse. In Klasse neun machen sie dann ihre Abschlussprüfung. Laut Rektorin Christl Jost haben Schüler durch diese besondere Förderung ein Jahr länger Zeit, ihren Abschluss zu machen. Die WHS arbeite dabei intensiv mit der Berufsschule zusammen.

In zwei Jahren soll diese Unterrichtsform auslaufen, ebenso wie das Pilotprojekt „Grundschule ohne Noten“, das Ende des Schuljahres abgeschafft wird. „Das ist sehr schade“, findet Jost. Ungewissheit über das Fortbestehen der Werkrealschule in seiner jetzigen Form sorge für große Verunsicherung im Kollegium.

Trotzdem wird an der Schule laut Jost aktiv über Sorgen und Ängste gesprochen. Auch Sziel-Hummel weiß ihre Kollegen, die sie immer als sehr offen, hilfsbereit und freundlich erlebt hat, zu schätzen. Ihre „Geburtstagswünsche“ für die WHS kennt die Lehrerin schon: „Ich wünsche mir, das man die Werkrealschule bestehen lässt. Sie wird gebraucht.“

In ihrem 50-jährigem Bestehen hat die WHS so einiges erlebt. Das alle vier Jahre stattfindende Zirkusprojekt ist für Jost eines der Highlights in der Schulgeschichte. Die Rektorin hebt zudem die Courage der Schule hervor: „Dazu gehört der Mut zu sagen, wir machen Grundschule ohne Noten, wir machen Werkrealschule.“

Jubiläum dauert eine Woche

Das 50-jährige Bestehen der Walther-Hensel-Schule wird nicht nur an einem einzigen Tag gefeiert. Eine ganze Woche lang arbeiten alle Klassen an Projekten, die sie dann am Freitag bei einem großen Fest vorstellen wollen. „Das ganze Schulgelände steht da Kopf“, freut sich Jost. Ponyreiten, eine Hüpfburg sowie ein Besuch eines Partners des Nepal-Schulprojekts stehen auf dem „Stundenplan“. Abends spielt die Big Band.

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