Kreis Göppingen Wallfahrer pilgern zur Bernhardus-Kapelle

Rund 3500 Wallfahrer pilgerten am Dienstag auf den Bernhardus bei Weißenstein. Die Festpredigt hielt der gebürtige Eislinger Pater Pius Nemes.
Rund 3500 Wallfahrer pilgerten am Dienstag auf den Bernhardus bei Weißenstein. Die Festpredigt hielt der gebürtige Eislinger Pater Pius Nemes. © Foto: Jürgen Steck
Kreis Göppingen / JÜRGEN STECK 21.08.2013
Tausende Wallfahrer sind am Dienstag zur im Jahr 1880 erbauten Kapelle auf den Bernhardus gepilgert. Benediktinerpater Pius Nemes, der aus Eislingen stammt, hielt in diesem Jahr die Festpredigt.

Aus allen Himmelsrichtungen strömen die Pilger auf den Bernhardus zwischen Weißenstein und Weiler in den Bergen. Immer mehr kommen zu Fuß, teils von weit her. Insgesamt zwischen 3500 und 3700 Menschen seien es, sagt ein Polizist. Die Experten kaufen sich schon vor der Messe ihre Bons für die Batzenwurst. Dann ziehen sie gemeinsam an die im Jahr 1880 von denen von Rechberg erbaute Kapelle, wo sie von der Gemeindereferentin Elke Lang aus Lauterstein begrüßt werden - insbesondere diejenigen, die einen Bernhard im Namen tragen. Die Gläubigen stehen oder sitzen rund um die Kapelle - vorne, an der Kapelle, die gräfliche Familie auf hölzernen Bankreihen. Die helle Glocke des Geläuts im Türmchen der Kapelle wird fleißig geschlagen. Im Hintergrund der Bernhardschor, ein reines Männerensemble und die Stadtkapelle Weißenstein, die den Gottesdienst musikalisch gestalten.

Über die vordergründig vielfältigen Motive, sich auf eine Wallfahrt zu begeben, spricht anschließend Pater Pius Nemes vom Benediktinerstift Göttweig in Österreich, der aber schwäbische Wurzeln hat und aus Eislingen stammt. Diese Motive reichten von der Ausübung einer Tradition über die Brauchtumspflege bis zur Geselligkeit. Auch die Freude an der Gemeinschaft in einer großen Glaubens- und Gebetsgemeinschaft könne so ein Motiv sein. Oder eine Komposition aller genannten sogar. Letztlich aber sei der eigentliche Beweggrund ein göttlicher. Es sei der Heilige Geist, der die Menschen in Wallung und zur Wallfahrt bringe. Gott wolle etwas erreichen an so einem Ort. "Wir sind hier, weil wir Christus sehen wollen, der uns Kraft gibt und Mut macht", erklärt der Pater.

Die Fürbitten richten sich an die Entscheider im Bund und in Europa, den Papst und die Familien. Dann singt die gesamte Pilgerschar aus vielen tausend Kehlen "Heilig, heilig, heilig". Nach weiteren Beiträgen des von Alfons Schmid geleiteten Chors verteilen die Konzelebranten - gut ein Dutzend Geistliche sind vor Ort - die Heilige Kommunion an die Gläubigen, strömen dazu aus von der Kapelle hin zu den Menschen - gelb beschirmt, damit man sie gleich erkennt. Nach dem abschließenden Segen verabschieden sich die Pilger so nach und nach von der Wallfahrtsstätte. Wer alles über Wallfahrten in Ostwürttemberg wissen möchte, der kann im Vorbeigehen bei Reiner Wieland vom Schriftgut-Archiv in Lautern das entsprechende Standardwerk für den hiesigen Raum erwerben. Die anderen machen sich auf in Richtung Batzenwurst, die der Liederkranz von Weißenstein traditionell und tausendfach im Sud zubereitet. Wer sich schon vorher einen Bon geholt hat, ist klar im Vorteil.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr hatte das DRK gestern wenig zu tun. Drei Mal mussten die Rotkreuzler eingreifen, als Pilgern der Kreislauf zusammensackte. In einem Fall musste der Patient ins Krankenhaus, wie Josef Barth vom Degenfelder DRK berichtet. Einen ruhigen Tag hatte auch die Feuerwehr aus Lauterstein, die mit 13 Mann im Einsatz war und technische Hilfeleistungen bot sowie das DRK unterstützte. Lob bekam der Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold. Als "vorbildlich" bezeichnete es der Zelebrant Pater Pius, dass der OB der Stadtverwaltung zum Besuch der Bernharduswallfahrt freigegeben habe und 200 Mitarbeiter davon Gebrauch gemacht hätten.

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