"Der Startschuss ist gegeben", kommentiert die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens die Pläne zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Nach der Rente mit 63, dem Mindestlohn und der Tarifeinheit nehme sich die Ministerin nun den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit vor. "Diese Aufgabe wird vermutlich nicht im Sprint zu lösen sein, vielmehr braucht es jetzt Energie und Durchhaltevermögen. Denn die drastischen Kürzungen aus der Zeit der schwarz-gelben Koalition sind gerade erst in der Praxis angekommen, wie man im Landkreis Göppingen an der schwierigen finanziellen Situation der Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung gGmbH (SAB) sehen kann", teilt Baehrens in einer Pressemitteilung mit. "In einer Koalition mit der CDU/CSU wird es schwer sein, die notwendige Aufstockung der Eingliederungsmittel in absehbarer Zeit zu erreichen. Umso wichtiger ist es, dass Ministerin Nahles jetzt das Umsteuern eingeleitet hat."

"Unser Ziel bleibt es, langzeitarbeitslose Menschen in Arbeit zu integrieren", so Baehrens. "Denn wir wissen, wie wichtig es für jeden Einzelnen ist, wieder eine Struktur im Alltag zu gewinnen und so auch den eigenen Kindern vorzuleben, dass es sich lohnt, arbeiten zu gehen." Das hat die Göppinger Bundestagsabgeordnete gemeinsam mit der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast, in einem Gespräch Ende Oktober mit Vertretern der baden-württembergischen Beschäftigungshilfeträger noch einmal betont. Karin Woyta von der Staufen-Arbeits- und Beschäftigungs gGmbH, die auch den Waldeckhof betreibt, schilderte in diesem Rahmen noch einmal die prekäre Lage der Branche und veranschaulichte am Beispiel von Einzelschicksalen, wie wichtig es sei, konkrete Beschäftigungsangebote zu machen und zu erhalten.

Lohnkostenzuschüsse und spezielle Betreuung

Konkrete Lösungen vor Ort sollen nun bei einem Runden Tisch gesucht werden, zu dem Landrat Edgar Wolff auf Anregung von Heike Baehrens eingeladen hat. Dort werden Landkreisverwaltung, Arbeitsagentur, SAB und Bundestagsabgeordnete miteinander beraten. "Meine Hoffnung ist, dass wir gemeinsam Lösungen finden, um die aktuelle Durststrecke zu bewältigen. Dazu ist es wichtig, dass alle Beteiligte auf ihrer je eigenen Verantwortungsebene prüfen, welchen Beitrag sie zur Lösung der Probleme beitragen können. Es ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen, dass alle Beteiligten spontan zugesagt haben, an einem solchen regionalen Bündnis mitwirken zu wollen."

Kernelemente der vom Arbeitsministerium geplanten Maßnahmen sind Lohnkostenzuschüsse und eine spezielle Betreuung durch die Jobcenter mit persönlichem Coaching. So sollen in den Jobcentern weitere Stellen geschaffen und sogenannte Aktivierungszentren für Langzeitarbeitslose gebildet werden. Zusätzlich hat die Ministerin für Mitte 2015 in Aussicht gestellt, ein Programm für öffentlich geförderte Beschäftigung für "besonders arbeitsmarktferne" Langzeitarbeitslose zu entwickeln.