Aichelberg Vulkanier regieren in Aichelberg

Widerstand zwecklos: Die Vulkanier haben in Aichelberg das Rathaus gestürmt. Bürgermeister Martin Eissele ergab sich.
Widerstand zwecklos: Die Vulkanier haben in Aichelberg das Rathaus gestürmt. Bürgermeister Martin Eissele ergab sich. © Foto: WOLFGANG HARTMANN
Aichelberg / WOLFGANG HARTMANN 09.02.2014
Die Aichelberger Narrenzunft Vulkania hat am Samstag die Macht über das Dorf ergriffen. Bürgermeister Martin Eisele ergab sich widerstandslos.

Neun Grad Celsius, und das Anfang Februar. Wenn schon ein Wandel im Klima zu spüren ist, dann wechseln auch gleich die Machtverhältnisse im Rathaus. Für dieses Vorhaben rotteten sich die Vulkanier am Samstag vor dem Aichelberger Rathaus zusammen. Unter der Führung von Petra Buchfink, die Vorsitzende des Narrenvereins ist, wurde in Aichelberg die Macht von den Vulkaniern zurück erobert. Zahlreiche Gäste wohnten dem Spektakel bei. Beim Rathaussturm wurden die Vulkanier von mehreren anderen Narrenzünften tatkräftig unterstützt. Die weiteste Anreise hatten die Buronia aus dem Singenener Stadtteil Beuren/Aach. Die waren auch noch federführend beim Aufstellen des Narrenbaums tätig. Die größte Gruppe kam aus Kerkingen/Bopfingen. Gleich 87 Hästräger setzen sich schon morgens um 7.30 Uhr in den Reisebus. Ebenfalls zum Sturm mit angetreten waren die Kirschkernspucker aus Heiningen und die Reussensteiner Dämonen.

Sturmreif gespielt wurde das Rathaus von der Blasmusik Zell. Kurz nach 13 Uhr ergab sich der gefesselte Bürgermeister Martin Eisele seinem Schicksal. Der Nachwuchs führte ihn aus dem Rathaus. Nach der Schlüsselübergabe entmachtet und auf einen Schragen genagelt, verlas Klaus Volkmann die Anklage. Das arme Aichelberg hätte 100 Notlagen. Die Öffnungszeiten des Rathauses lägen schwer im Magen. Die wöchentlichen Tagungen würden ausarten in Gelagen. Das arme Volk müsste dadurch am Hungertuch nagen. Nur wenn der Schultes künftig einem Neuwagen und der Korruption entsagen könnte, wäre Besserung in Sicht. Als Verfehlungen des gesamten Gemeinderates wurden der Löschwagenkauf für die Feuerwehr, ein Abhörskandal, eine Großraumdisko und diverse Grundstücksgeschäfte aufgeführt. Die Sündenliste war lang. Besonders, da Martin Eisele für jede Verfehlung mit dem Kosten eines Narrentrunkes bestraft wurde. Der sehr nach gutem Selbstgebranntem aussah.

Nach vollzogener Bestrafung wurde der Schultes vom Schragen befreit. Bis zum Aschermittwoch hat Aichelberg nun eine neue Regierung. Nachdem in der vergangenen Woche vier neue Vulkanier das Ritual der Maskentaufe vollzogen haben, ist die Mannschaft der Vulkanier auf etwa 50 angewachsen. Damit dürften die Regierungsgeschäfte bis März für Aichelberg in trockenen Tüchern sein. Der gesamte Narrenzug begab sich zur ersten Regierungshandlung, der Aufstellung des Narrenbaumes. Was auch gleich reibungslos klappte. Der zweite Regierungsbeschluss war: ab 14 Uhr Kinderfasching. Die eigentliche Feier zur Machtübernahme fand abends im Bürgerhaus statt.