Vortrag Vortrag zum Thema Heimat

Friedemann Kuttler suchte vielseitig in Bibel und Kultur nach tragfähiger Heimat.
Friedemann Kuttler suchte vielseitig in Bibel und Kultur nach tragfähiger Heimat. © Foto: Steffens
Birenbach / SWP 10.11.2018

Was Jesus Christus mit bayerischen Lederhosen zu tun hat, verriet Friedemann Kuttler unter dem Titel „Heimat finden – wo wohnt Dein Häusle“ in Birenbach. Der Posaunenchor Börtlingen-Birenbach umrahmte den Vortragsabend der „Lebendigen Gemeinde“.

„Der moderne Mensch ist unterwegs, versucht, überall zu Hause zu sein, findet jedoch nirgends Heimat“, provozierte der Referent vor rund 35 Zuhörern. Ein Ort, der Identität geschaffen habe und Identität wiederherstellen könne, stehe für Sicherheit und ein tiefes Vertrauen in das soziale Umfeld. Heimat sei ein Beziehungsbegriff, nicht Wohnort: „Menschen, die wir verstehen und die uns verstehen“, zitierte er Max Frisch.

Romantische Filme, so Kuttler, kreisten ebenso um Heimat wie fanatischer Nationalismus. Dass etwa Lederhosen wieder ungeniert in der Öffentlichkeit getragen werden, sei auch eine Antwort auf Verunsicherungen und Veränderungen. „Glokalisierung“ lautete sein Schlagwort: global auf der einen Seite, lokal auf der anderen.

Im Alten Testament sah Kuttler in den Psalmen anstelle von Heimat den Ort, wo Gott wohnt: ein Sehnsuchts- und Zufluchtsort, ein Ort des Vertrauens auf Gott, wo die Seele zur Ruhe kommt – mit starken Bildern. Zwischen Kriegen und Katastrophen das unerschütterliche Vertrauen auf Gott. Heimat will der Jurist und Theologe aus Großbottwar neutestamentlich in Jesus Christus finden: „Ich kenne Dich genau und gebe alles für Dich“, umschrieb er dessen Botschaft.

Die schwäbische Frage an Fremde: „Zu wem g’hörsch au Du?“ diente als Schlüsselsatz: „Heimat bei Jesus finden heißt wissen, wo man dazu- und hingehört“ – mit Perspektive Ewigkeit.

Die intensive Jesusverbindung, das Vertrauen auf die Bibel und Stärkung der Gemeinden vor Ort bewegen auch das Netzwerk „Lebendige Gemeinde“, das derzeit den größten Gesprächskreis in der Landessynode der Württembergischen Kirche stellt. „Unser Herz schlägt für Mission und eine wachsende Kirche“, stellte dessen Bezirksvorsitzender Reiner Schubert heraus, der durch den Abend führte.

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