Göppingen Vorhang auf im "Stadtatelier"

Sie haben das Stadtatelier in der Passage beim ehemaligen Feinkost-Gaiser initiiert: Uwe Mayer, Matthias Zondler und Detlev Schorlau (v.l.). Foto: Giacinto Carlucci
Sie haben das Stadtatelier in der Passage beim ehemaligen Feinkost-Gaiser initiiert: Uwe Mayer, Matthias Zondler und Detlev Schorlau (v.l.). Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / ARND WOLETZ 28.03.2013
Lebendige Kunst statt gähnend leerer Schaufenster. Die Initiative "Stadtatelier" hat jetzt beim ehemaligen Feinkost-Geschäft Gaiser eine erste kleine Ausstellung eröffnet - Nachahmer werden noch gesucht.

Die Schaufensterfläche beim ehemaligen Feinkost-Gaiser in der Göppinger Hauptstraße ist großteils mit grauer Folie abgeklebt. Nur ein Teil des Geschäfts konnte bisher wieder vermietet werden. Doch im zugeklebten Fensterteil tut sich etwas. Ein Guckrahmen in der Folie gibt den Blick frei auf eine kleine gemalte Theaterbühne. Wechselnde Bilder werden darauf projiziert. Überblendungen der surrealistischen Szenen sorgen für ständige Veränderung. Seit gestern ist das "Stadtatelier" geöffnet. So nennt sich das Projekt, das der Künstler Matthias Zondler initiiert hat. In Uwe Mayer und Detlev Schorlau hat er Mitstreiter gefunden.

Die Idee: In der Göppinger Hauptstraße sollen in den leer stehenden Geschäften, von denen es inzwischen einige gibt, örtliche Künstler ihre Werke präsentieren. Sie sollen sich mit den Immobilienbesitzern zusammentun und das Erscheinungsbild der Einkaufsstraße aufmöbeln. Christoph Weirich, Inhaber des Gaiser-Gebäudes, ist auf Matthias Zondler zugegangen, weil er die Idee gut fand. Nun haben die drei Göppinger Künstler nicht nur das Guckfenster in der Hauptstraße, sondern auch die Schaukästen in der dahinter liegenden Passage Richtung Lange Straße bestückt. Dort zeigen Detlev Schorlau seine Acryl-Bilder und Holzskulpturen, Matthias Zondler seine Ölmalerei und Uwe Mayer Fotokunst.

Noch köchelt das Projekt auf kleiner Flamme. Doch es ist das Ziel der Künstler, dass alle leeren Schaufenster in der Hauptstraße bespielt werden. So soll die Flaniermeile trotz der Leerstände auch für die Passanten attraktiv bleiben. Wo keine Waren angepriesen werden, können sie dann Kunstwerke bestaunen - in einer Art öffentlicher Galerie. Detlev Schorlau hat damit im Stadtteil Bodenfeld bereits positive Erfahrungen gemacht.

Die drei Initiatoren freuen sich, dass aus der ersten Idee recht schnell ein konkretes Projekt geworden ist. Motto: "Nicht lange drüber reden, sondern es einfach mal machen." Angewiesen sind die Stadtatelier-Gründer auf die Mitarbeit weiterer Göppinger Immobilienbesitzer und Künstler: "Wir hoffen noch auf Nachahmer."

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