Einkauf Volle Läden, volle Straßen

Göppingen / INGE CZEMMEL 30.03.2015
Dunkle Wolken, kräftiger Wind: Obwohl der Göppinger verkaufsoffene Sonntag herbstlich anmutete, zog es viele zum Einkaufen in die Stadt.

Bei frühlingshaften Temperaturen bummeln, sich vor einem Café die Sonne auf den Pelz brennen lassen, die Sommergarderobe aufpimpen und das ein oder andere Schnäppchen machen - so hätten es Geschäftsleute und Kunden am Sonntag beim Göppinger Frühling mit verkaufsoffenem Sonntag gerne gehabt. Doch es kam anders. Der Wind hielt das Verkaufspersonal auf Trab, indem er immer wieder Kleiderständer, Plakate oder Präsentationstische umblies. So auch bei "Seven Trend Shop Design", wo die beiden Verkäuferinnen der Wetterlage trotzdem etwas Positives abzugewinnen versuchten: "Die Leute kaufen ein, statt draußen Kaffee zu trinken."

Auch die Inhaberinnen der "Pusteblume" waren zufrieden. Hier ging es zeitenweise eng her. Die Kombination aus verspielten Frühlingsdekorationen und sommerlich lässigen Outfits kam vor allem bei Frauen gut an. "Besser als gedacht", sagte auch Andrea Minkmar, Inhaberin der Boutique "In mind", und strahlte. Sie ärgerte lediglich, dass nicht alle Einzelhändler mitmachen wollten beim verkaufsoffenen Sonntag. "Samba auf Rädern" gab's in der Fußgängerzone, dort zog das dreirädrige "Caipirinha-Mobil" Neugierige an. Das Ehepaar Anders orderte trotz der mäßigen Temperaturen einen klassischen Caipi mit gecrushtem Eis. Andere wählten die unbekanntere heiße Variante. Vor dem Eiscafé gegenüber löffelten zwei warm eingepackte Paare getreu dem Motto "Frühling ist, wenn man's trotzdem macht" ein Eis.

Im Warmen den Blick auf die Fußgängerzone genießen und ganz entspannt in einem Buch oder der Zeitung schmökern, konnte man im Café der Buchhandlung Herwig. In den Geschäften und Straßen der Stadt sorgten verschiedene Aktionen für Abwechslung. Wer mit dem Adler-Express, dem Sonderzug der "Guten Taten", eine Runde drehte, konnte sich einen Überblick verschaffen und anschließend die neuesten Renault- und Dacia-Modelle besichtigen, den Vorführung der Johanniter-Rettungshundestaffel zusehen oder sich über das Carsharing informieren. An jeder Ecke gab es Informationen und Mitmachaktionen.

Die Schmink- und Mal-Aktion des Kinderschutzbundes war zum Leidwesen von Leiterin Birgit Hess nur mäßig besucht, obwohl zwei verkleidete Osterhasen durch die Stadt hüpften und die Werbetrommel rührten. "Der Spitalplatz ist vom Geschehen leider irgendwie abgeschnitten", beklagte sie. Deswegen hörten auch nur wenige die Gesangsstimme von Nikola Sotrnac, der auf dem Spitalplatz Musik machte. Auch außerhalb der Innenstadt hatten viele Geschäfte geöffnet. Die Parkplätze an Auto- und Möbelhäusern waren genauso so voll belegt wie die der Baumärkte, von denen einer gar mit 15 Prozent Nachlass lockte. An der Kasse gab es allerdings oft lange Gesichter, als es hieß: "Nur für zwei Artikel." Auch an verkaufsoffenen Sonntagen, sollten Schnäppchenjäger wohl genau aufs Kleingedruckte achten.