Wirtschaft Volksbank-Vorstände: „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“

Kreis Göppingen / Susann Schönfelder 29.09.2017
Die Vorstände der Volksbanken Göppingen und Stuttgart bestätigen einen neuen Fahrplan für die Fusion. Eine Entscheidung soll erst im Frühjahr 2018 fallen.

Nun ist es offiziell: Die Vorstände der Volksbank Göppingen und der Volksbank Stuttgart wollen sich für die Fusionsverhandlungen mehr Zeit geben – nach dem Motto: „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“. Sowohl die internen Informationsveranstaltungen für die Mitglieder als auch die beiden im ­November geplanten Vertreterversammlungen werden auf das Frühjahr 2018 verschoben. Dies geht aus einer Presseerklärung des Göppinger Vorstandsduos Dr. Lukas Kuhn und Hermann Sonnenschein hervor.

In Frage gestellt beziehungsweise schwierig sei das angestrebte Zusammengehen beider Geldinstitute jedoch nicht: „Die Fusionsgespräche zwischen der Volksbank Göppingen eG und der Volksbank Stuttgart eG verlaufen seit der Information über die Aufnahme von Verschmelzungsverhandlungen konstruktiv und vertrauensvoll“, teilen Kuhn und Sonnenschein mit. „Beide Institute arbeiten intensiv daran, die Grundlagen für die finale Fusionsentscheidung der Gremien vorzubereiten.“

In den vergangenen Wochen habe sich gezeigt, dass der ursprünglich ins Auge gefasste Zeitplan „aufgrund der Größe und Komplexität der beiden Volksbanken äußerst ambitioniert war“, räumen die Vorstände ein. Daher sei bereits die erste am 19. September anberaumte Informationsveranstaltung verlegt worden. Am Donnerstag vergangener Woche hätten sich die Führungsetagen beider Häuser schließlich darauf verständigt, sich mehr Zeit zu geben.

Im Juli hatten die Aufsichtsräte beider Volksbanken den Vorständen grünes Licht zur Aufnahme von Fusionsverhandlungen gegeben – „mit der Absicht, durch die Zusammenführung zweier erfolgreicher Volksbanken die genossenschaftliche Marktposition in einer wettbewerbsintensiven Wirtschaftsregion langfristig zu stärken“, betonen die Vorstände. Angesichts der großen Herausforderungen in der Bankenbranche, insbesondere für regionale Kreditinstitute, sehen beide Genossenschaftsbanken durch eine Fusion unverändert die Chance, „stärker und besser aufgestellt zu sein, um dem Genossenschaftsmodell im Interesse von Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitern eine stabile Zukunft in der Region zu sichern“.

Kuhn und Sonnenschein räumen ein, dass die geplante Fusion bei Mitarbeitern und Mitgliedern auch Emotionen ausgelöst habe. Die Belegschaft macht sich Gedanken über ihre Zukunft und ihren Arbeitsplatz. Der Vorstand habe darauf reagiert und bereits viele Gespräche geführt, „um das Projekt auf aktuellem Sachstand zu erläutern und dafür zu werben“. Kuhn und Sonnenschein wollen auch weiterhin jedem Mitglied Rede und Antwort stehen. In der Presseerklärung machen sie deutlich, dass es zu den „zentralen Aufgaben“ des Vorstandes einer Volksbank gehöre, „für eine dauerhaft stabile und gesunde Zukunft des regionalen genossenschaftlichen Geschäftsmodells zu sorgen. Fusionen stellen seit jeher eine Möglichkeit dar, um dieses Ziel zu erreichen“.

Lukas Kuhn und Hermann ­Sonnenschein betonen in dem Schreiben die Bedeutung der geplanten Fusion. Die Volksbank sei daher darauf fokussiert, „diesen Prozess ordnungsgemäß und zielgerichtet zu durchlaufen, um anschließend alle Interessensgruppen zeitnah über das Ergebnis zu informieren“.