Finanzen Volksbank hält an drei Prozent Dividende fest

Göppingen / Maximilian Haller 15.06.2018

„Das Jahr 2017 war aus unserer Sicht ereignisreich.“ Mit diesen Worten eröffnete Hermann Sonnenschein die Vertreterversammlung der Volksbank Göppingen. Ein verschärfter Handelskonflikt und ein stagnierender Zinsmarkt trugen laut dem Vorstandsmitglied zu „unsicheren Zeiten“ in der Weltwirtschaft bei. Auch die Volksbank Göppingen selbst blickte bei der Versammlung am Mittwoch auf ein anstrengendes Jahr zurück.

Die im vergangenen Jahr angestrebte und schließlich geplatzte Fusion mit der Volksbank Stuttgart stand auch am Mittwochabend im Raum. Vorstandsmitglied Dr. Lukas Kuhn verteidigte das Vorhaben: „Wir halten es für richtig, dass wir die Fusion mit der Volksbank Stuttgart ausgelotet haben.“ Bei der Volksbank sei ein Strukturwandel erkennbar und man wolle „agieren, statt nur passiv zu reagieren“, so Kuhn.

Der strukturelle Wandel werde durch einen technologischen Wandel bestärkt, allen voran in Hinsicht auf die Digitalisierung. Hermann Sonnenschein sprach von einer „Digitalisierungsoffensive“ der Volksbank, die sich beispielsweise in den Bereichen Onlinebanking und digitaler Kundenberatung zeigen werde. „Persönliche Beratung steht aber nach wie vor auf Platz eins“, versichterte Sonnenschein den 285 anwesenden Vertretern.

Alles in allem habe die Genossenschaftsbank 2017 trotz schwieriger Rahmenbedingungen „ein ordentliches Ergebnis“ erzielt, wie Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Werner Kleinle mitteilte. Bei einer Bilanzsumme von 2,3 Milliarden Euro (2016: 2,2 Milliarden Euro) schlug Kuhn vor, eine Dividende von drei Prozent beizubehalten. 2016 empfahl der Vorstand, die Dividende von fünf auf drei Prozent zu senken. 2017 schüttet die Volksbank damit nun rund 1,26 Millionen Euro an ihre Mitglieder aus.

„In den Bereichen Kapitallage, Finanzlage und Risikolage fühlen wir uns gut aufgestellt“, sagte Kuhn. Was Vermögens- und Ertragslage anging, sah das Vorstandsduo noch Arbeitsbedarf. Der Zinsüberschuss sei mit minus 5,4 Prozent rückläufig. Auch hinsichtlich der Cost-Income-Ratio (CIR) gebe es noch Verbesserungsbedarf: Derzeit müsse die Volksbank Göppingen 69 Cent ausgeben, um einen Euro zu verdienen. Für 2019 prognostizierte Kuhn eine CIR von 84 Prozent. Diese Ergebnisprognose sei nicht berauschend, aber auch nicht besorgniserregend.

Das Geschäftsjahr 2017 in Zahlen

Kundenkredite: 1,4 Milliarden Euro (2016: 1,3 Milliarden Euro)

Zinsüberschuss: 39 Millionen Euro (2016: 41 Millionen Euro)

Jahresüberschuss: 1,4 Millionen Euro

Bilanzsumme: 2,3 Milliarden Euro (2016: 2,2 Milliarden Euro)

Bilanzgewinn: 1,3 Millionen Euro

Dividende: Drei Prozent (2016: Drei Prozent)

Cost-Income-Rate (CIR): 69 Prozent

Umsätze im Wertpapiergeschäft: Brutto: 194 Millionen Euro (2016: 195 Millionen Euro) , Netto: 24 Millionen Euro (2016: 29 Millionen Euro)

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel