Noch haben die Handwerker die Villa Gutmann gleich neben dem Bahnhof fest im Griff. Doch in dem Baudenkmal wird im Januar oder Februar die neue Gastronomie eröffnen. Und nun hat die Wohnbau auch bekannt gegeben, wer das „Wiener Kaffeehaus“ leiten wird. Es sind die drei Gastronomen, Markus Kaube (35), Uwe Hipp (42) und Silvio Kaiser (43). In prominenter Nachbarschaft zur Kreissparkasse und zum künftigen Hauptsitz des börsennotierten Unternehmens Team Viewer wollen sie im Erdgeschoss des Baudenkmals „das Flair der österreichischen Hauptstadt mitten in Göppingen“ erlebbar machen, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wiener Leichtigkeit und Schmäh“

„Die Leichtigkeit von Wien sowie ein gewisser Wiener Schmäh sollen am neugestalteten Bahnhofsvorplatz Einzug halten“. Volker Kurz, Chef der städtischen Wohnbau (WGG), der das Gebäude gehört, findet, es sei nun der richtige Zeitpunkt, über das Gastro-Konzept „die Katze aus dem Sack zu lassen“. Kaube, Kaiser und Hipp nennt er „drei Göppinger Gastronomen mit Herz und Leidenschaft“. Sie betreiben derzeit – und auch in Zukunft – die Bar „Silikus“ in Uhingen. Gemeinsam verfügen sie über 55 Jahre Erfahrung in der Gastronomie. Für die Villa Gutmann kündigen sie an, Kaffee- und Kuchenspezialitäten, ergänzt um ein reichhaltiges Frühstücksangebot und einen wechselnden Mittagstisch anzubieten. In der warmen Jahreszeit auch auf der neuen Außenflächen der Villa Gutmann, die in den vergangenen Monaten aufwendig saniert wurde – mit Büros und Wohnungen in den Obergeschossen. Die Originalausstattung wurde dabei so gut wie möglich erhalten.

Die Villa Gutmann mit ihrem L-förmigen Grundriss wurde 1865 von Karl Kübler für den jüdischen Webereifabrikanten Abraham Gutmann errichtet. Leopold A. Gutmann veranlasste den Einbau eines Aufzuges (1903) und eine wandfeste Jugendstil-Ausstattung im Salon des ersten Stocks.