Ich freue mich über die Entscheidung“, sagt Barbara Hofgärtner. Sie ist seit Anfang Mai die neue Leiterin vom Haus der Familie. Die Mitglieder des gleichnamigen Vereins haben sie am 9. Mai einstimmig in das Amt gewählt. Nachdem ihre Vorgängerin Sabine Meigel im Januar das Haus verlassen hatte, übernahm Hofgärtner die kommissarische Leitung. Vorher war sie Meigels Stellvertreterin. „Von daher ist das der nächste logische Schritt.“

Vor ihrem Einstieg vor drei Jahren kannte sie das Haus als Kundin. In ihrer Kindheit kam die heute 40-Jährige zum ersten Mal her. „Ich war hier zum autogenen Training. Da hat mich meine Mutter angemeldet.“ Später habe sie Kurse für Mütter belegt. „Dadurch, dass ich von hier bin, ist mir das Haus der Familie schon immer bekannt.“ In Göppingen und Heiningen ist sie aufgewachsen, jetzt lebt sie in Süßen.

„Ich habe Sozialpädagogik und Diplom-Pädagogik in Freiburg studiert“, erzählt die 40-Jährige. Danach hat sie für das Diakonische Werk Baden und für das Württembergische Werk Einführungslehrgänge für Zivildienstleistende geleitet – später Seminare für Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr. „Das habe ich über zehn Jahre gemacht – auch während meiner Kinderphasen.“

Parallel habe sie eine Elternbegleiter-Ausbildung gemacht. Als Abschlussprojekt ist im Juni 2014 der offene Mehrlingstreff entstanden. „Das war der erste Schritt ins Haus. Ich kam als Honorarkraft hier rein und hab den Mehrlingstreff mit auf die Beine gestellt.“ Mitbeteiligt war die Lebenshilfe.

Im Juni 2015 sei eine Kollegin in Elternzeit gegangen und Hofgärtner wurde gefragt, ob sie die Vertretung machen wolle. „So bin ich mit 50 Prozent als Elternzeitvertretung ins pädagogische Team eingestiegen.“ Später wurde sie stellvertretende Leiterin.

Mit viel Vertrauen und Kooperation hätten Hofgärtner und der Vorstand die Arbeitsbedingungen festgelegt – sodass sich die neue Stelle mit ihrem Privatleben vereinbaren lässt. „Klar war einfach für mich, dass ich nicht 100 Prozent arbeiten kann und will.“ Sie werde auch in der Familie gebraucht. Ihre drei Kinder sind zwischen sieben bis elf Jahre alt.

Weil Hofgärtner nun Leiterin ist und in einer 80 Prozent-Stelle arbeitet, habe man intern Aufgaben verschieben müssen. „Ich war bisher pädagogische Mitarbeiterin und musste da jetzt auch gucken: Was kann ich abgeben?“ In ihrem Fachbereich Gesund und Fit mischt sie nicht mehr mit. Jetzt ginge es häufiger um planen, koordinieren und organisieren.

„Wir haben im letzten Jahr viel vorbereitet zum Thema Inklusion“, erzählt die Leiterin. Daran wolle das Team weiterarbeiten. „Das ist schon mein Wunsch. Wir haben jetzt so viel auf den Weg gebracht – in die Richtung soll es dann auch weiter gehen.“

Das Haus der Familie solle ein Haus für alle sein. Neben den Kursen und der Familienbildung gibt es inzwischen auch Projekte und viele offene Treffs. Das Team wolle neue Zielgruppen und Menschen erreichen und „das Haus für Menschen öffnen, die weniger Geld zur Verfügung haben“, erklärt Hofgärtner.

Schon nach 19 Tagen im Amt kündigt sie Veränderungen an: Aktuell entwickle man ein Wege-Leit-System, mit dem „sich Menschen, die zum ersten Mal in unser Haus kommen, besser orientieren können“. Auch das Programmheft wird optimiert und soll besser lesbar werden. Außerdem müsse man sich mit digitaler Elternbildung beschäftigen. „Es geht Schritt für Schritt.“

Die Vielseitigkeit ihrer Aufgaben gefalle ihr an ihrem Beruf. Eintönig sei es nie. „Es ist einfach so viel Unterschiedliches und das macht für mich die Arbeit so gewinnbringend.“