Göppingen Viele Oster-Häschen landen im Tierheim

SABRINA ORTWEIN 30.03.2013
Viele Kinder wünschen sich zu Ostern ein kleines Häschen oder Meerschweinchen. Doch viele Tiere sind schon einige Wochen nach den Feiertagen im Tierheim, weil die Freude verflogen ist.

Der Wunsch vieler Kinder: ein kleines Häschen oder am besten gleich eine ganze Rasselbande. Zu Ostern sind die lebenden Osterhasen im Nest besonders gefragt. Doch Eberhard Neubrand vom Göppinger Tierschutzverein warnt vor solchen Geschenken: "Tiere sollte man nicht verschenken." Es seien nicht nur Objekte, sondern neue Familienmitglieder, die in die Familie integriert werden müssen. "So ein Kauf muss vorher mit der ganzen Familie abgesprochen werden", macht Neubrand deutlich. Auch wenn eine Tante ihrer Nichte ein Haustier schenken möchte, müsse das vorher mit den Eltern besprochen werden.

Denn nach einigen Wochen merke jeder, mit wie viel Arbeit ein Haustier verbunden ist. "So ein Hase macht wirklich Geschäft. Es ist eine Verpflichtung, die man beim Kauf eingeht und über die man sich bewusst sein muss. Der Stall muss gereinigt werden und das Tier gefüttert", betont er. Eltern müssen auch bedenken, dass solche kleinen Wollknäuel bis zu acht Jahre alt werden. Neubrand betont, dass kleine Kinder schlicht und ergreifend noch nicht in der Lage sind, ein Häschen artgerecht zu halten. Selbst wenn sie ein gewisses Alter erreichen, in dem sie Verantwortung übernehmen können, müssen die Eltern "ein Augenmerk darauf legen, dass die Tiere gut versorgt werden".

Wenn die Familie nach reichlicher Überlegung zu dem Entschluss gekommen ist, sich ein kleines Haustier anzuschaffen, dann empfiehlt der Tierschützer: "Hasen brauchen genügend Auslauf - ein passender Stall ist daher besonders wichtig. Besser ist es für die Tiere auch, wenn man sich nicht nur einen einzelnen Hasen anschafft, sondern am besten gleich zwei, die sich vertragen."

Auch das Tierheim informiert die Familien über die artgerechte Haltung und gibt natürlich auch Häschen und Meerschweinchen an Familien ab. Für die ganz Kleinen macht sich vorerst auch mal ein Schokohase oder Kuscheltier gut im Nest. Denn vielen Kindern sei nach acht bis 14 Tagen die Freude an den Tieren vergangen und nicht selten werden die Tiere dann im Tierheim abgegeben. "Derzeit haben wir an die 70 Hasen und Meerschweinchen, die alle abgegeben worden sind", erzählt Neubrand. Ausreden wie Allergien, die das Kind urplötzlich hat, seien dabei normal. Jedoch ist das noch harmlos: Denn viele Tiere werden zwei Wochen nach Ostern nicht abgegeben, sondern teilweise auch ausgesetzt oder vor dem Tor abgestellt.