Sechs Windräder sind beim ehemaligen Bundeswehrdepot zwischen Wangen und dem Schorndorfer Stadtteil Oberberken geplant, seit Januar 2014 haben die Investoren dort mittels einer Sodar-Anlage messen lassen, ob ein Betrieb der Rotoren wirtschaftlich wäre.

„Diese Messungen sind nun abgeschlossen, die Rohdaten liegen vor und ein entsprechendes Gutachten, das die über 500 000 vorliegenden Messwerte in aussagekräftige Ergebnisse verdichtet, wurde in Auftrag gegeben“, hieß es im vergangenen Mai – nun sind die Daten ausgewertet.

„Das Windgutachten gibt es mittlerweile“, sagt die Pressesprecherin der Stadtwerke Schorndorf, Sina Fürst. Und sie kennt auch das Ergebnis: „Die Windgeschwindigkeit reicht für ein wirtschaftliches Projekt.“ Das Unternehmen tritt gemeinsam mit der Energieversorgung Filstal (EVF) sowie den Stadtwerken Fellbach und Tübingen als Investor auf.

Genaue Daten und Messergebnisse will Fürst nicht verraten. Auch der Betreiber WPD in Lauterstein beruft sich auf Geschäftsgeheimnisse und veröffentlicht die Ergebnisse seiner Windmessungen nicht. Dort am Albtrauf ist die öffentliche Auslegung bereits beendet, von privater Seite und Verbänden hatte es drei Einwände gegeben, die derzeit vom Landratsamt geprüft werden.

Im Schurwald ist es noch nicht soweit. „Der Genehmigungsantrag wird derzeit vorbereitet“, sagt Fürst. Anschließend folgt auch für den geplanten Windpark „GP-03“ die öffentliche Auslegung, bei der jeder Betroffene seine Einwände vorbringen kann.

„Unserer Meinung nach ist der Wind im Schurwald sehr, sehr schwach“, meint Gerti Stiefel von der Bürgerinitiative Stauferland, die im Schurwald gegen Windräder kämpft. Sie will die Ergebnisse der Windmessungen aber nicht kommentieren, solange sie nicht veröffentlicht werden: „Wir verstehen nicht, warum die Messergebnisse ein Geheimnis sind – wenn es schon eine Politik des Gehörtwerdens gibt, dann sollen sie es bitte auch machen.“

Stiefel beruft sich auf ein „Informationsgesetz der EU“, nachdem sie und ihre Mitstreiter bei den Landratsämtern Göppingen und Rems-Murr Einblick in die Messdaten beantragt hätten.

In der Tat gibt es ein „Informationsfreiheitsgesetz“, das Bürgern Einblicke gewähren soll – allerdings betrifft dies nur Behörden, bei den Investoren im Schurwald handelt es sich aber um Unternehmen.

Doch die Bürgerinitiative will auf mehreren Ebenen gegen die Windräder vorgehen: „Wir werden unser Recht einklagen und haben bereits eine Beschwerde bei der EU bezüglich Nichtbeachtung des Gemeinschaftsrechts der europäischen Vogelschutzrichtlinie eingereicht“, sagt Stiefel.

Der Wangener Bürgermeister Daniel Frey kennt auch noch keine Details der Messungen, geht aber davon aus, bald informiert zu werden: „Ich denke, der nächste Schritt wird sein, dass uns Ergebnisse präsentiert werden.“ Er sei selbst gespannt darauf und betont: „Wir wollen unseren Beitrag zur Energiewende leisten.“

Auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrdepots wollen die Investoren rund 25 Millionen Euro in sechs Windräder investieren.