Zur Mittagszeit kam am Freitag die Entwarnung vom Gesundheitsamt – zumindest für den Lautersteiner Stadtteil Nenningen: In Nenningen wurde in allen vorliegenden Proben keine bakterielle Verunreinigung mehr festgestellt. Aus diesem Grund hebt das Gesundheitsamt das Abkochgebot in Nenningen mit sofortiger Wirkung auf“, teilt die Kreisbehörde mit. „Das heißt, in Nenningen kann das Trinkwasser in vollem Umfang wieder wie gewohnt verwendet werden.“ Am späten Nachmittag folgte dann auch die Entwarnung für Süßen. Auch dort muss das Trinkwasser nicht mehr abgekocht werden. Die Chlorung werde jedoch bis in die nächste Woche aufrechterhalten und dann schrittweise kontrolliert zurückgefahren.
Für das Süßener und das Nenninger Leitungswasser liegen inzwischen drei einwandfreie Proben vor, damit durfte das Gesundheitsamt das Abkochgebot lockern. Für die betroffenen Teile von Donzdorf und Salach galt am Freitagnachmittag die Erleichterung noch nicht. Das Gesundheitsamt erwartet aber für diese beiden Orte am Samstag ein Analyseergebnis. Die Salacher und Donzdorfer müssen daher mindestens bis Samstag auf die Freigabe warten, weil in der Montagsprobe noch die beanstandeten Bakterien festgestellt wurden, erläutert die Behörde. Für die betroffenen Bereiche von Salach und Donzdorf „kann noch keine Entwarnung gegeben werden“, betont das Gesundheitsamt. Die Proben vom Montag hätten noch auffällige Befunde gezeigt.
Die Bevölkerung in Salach und Donzdorf werde informiert, sobald auch hier das Abkochgebot aufgehoben werden kann.
Dr. Heinz Pöhler, der Leiter des Gesundheitsamts, hatte am Montag ein Abkochgebot für Nenningen sowie Teile von Donzdorf, Salach und Süßen verhängt. Betroffen sind etwa 10 000 Menschen. Bei einer Routineprobe, die am Donnerstag, 1. Juli, entnommen worden war, war eine Verunreinigung mit Enterokokken festgestellt worden. Das sind Bakterien, die natürlicherweise im Darm von Tieren und Menschen vorkommen. Pöhler vermutet, dass die Bakterien wegen der starken Regenfälle ins Trinkwassernetz gelangt sein könnten.