Kreis Göppingen / Iris Ruoss In Albershausen soll für Jagdhunde keine Hundesteuer mehr fällig werden. Die Lage ist im Kreis unterschiedlich.

Zehn bis 15 Jagdhunde sind in Albershausen künftig von der Hundesteuer befreit, was für die Gemeinde Mindereinnahmen von 1000 bis 1500 Euro bedeutet. In den Kreisgemeinden ist das unterschiedlich geregelt. Blinden- oder Rettungshunde sind aber  überall steuerbefreit.

Süßen hat die Steuerbefreiung für Jagdhunde  vor gut zwei Jahren gestrichen. „Der Hintergrund war damals eine Änderung des Landesjagdgesetzes“, sagt Süßens Kämmerer Dieter Niethammer. Jagdaufseher, die vom Landratsamt einen Dienstausweis bekamen, wurden durch Wildtierschützer ersetzt, die von den Jagdpächtern beauftragt werden, aber keinen amtlichen Nachweis mehr bekommen. „Ohne Nachweis keine Steuerbefreiung“, so Niethammer. „Außerdem zeigt sich eine deutliche Tendenz zur Mehrhundehaltung, und die Klagen der Landwirte in puncto Hundekot werden immer lauter“, sagt er. Süßen handelt aus seiner Sicht nach der Empfehlung des Gemeindetages, die Hundesteuer strikt durchzusetzen. In Ottenbach ist die Besteuerung klar geregelt. „Hunde von Forstbediensteten und bestätigten Jagdaufsehern, soweit diese Hunde für den Forst- und Jagdschutz erforderlich sind, werden von der Hundesteuer befreit“, sagt Bürgermeister Oliver Franz.

Im Albershäuser Gemeinderat ging es um den Haushalt. Jagdhunde sind künftig von der Hundesteuer ausgenommen.

Auch Gammelshausen hat den Befreiungspassus für jagdlich ausgebildete Hunde. „In Gammelshausen gibt es zwei steuerbefreite Jagdhunde“, sagt Heike Kälberer von der Gemeindeverwaltung.  Der Besitzer habe einen Jagdschein, die Hunde hätten eine Brauchbarkeitsprüfung abgelegt. „Über die Steuerbefreiung von Jagdhunden haben wir noch nie nachgedacht“, sagt Schlats Bürgermeisterin Gudrun Flogaus und sieht keinen Handlungsbedarf.

Uhingens Bürgermeister und Vorsitzender der Kreisjägervereinigung, Matthias Wittlinger, begrüßt die Entscheidung in Albershausen. „Die Steuerbefreiung entspricht dem neuen Landesjagdrecht“, sagt er, denn Jäger hätten einen anerkannten öffentlichen Auftrag und nur mit gut ausgebildeten Jagdhunden könne die Jagd, auch im Sinne des Tierschutzes, ausgeführt werden. Für die Nachsuche nach verletztem Wild seien Jagdhunde unentbehrlich. „Ich hoffe, dass dem Beispiel noch viele Kommunen folgen werden“, sagt Wittlinger.  In Uhingen seien ausgebildete Nachsuchenhunde bereits von der Hundesteuer befreit. Diese Hunde müssen nicht nur die Brauchbarkeitsprüfung ablegen, sondern auch mindestens 35 Nachsuchen im Jahr nachweisen. „Zwei Nachsuchenhunde sind derzeit steuerbefreit“, weiß Wittlinger.  Der Bürgermeister möchte die Steuerbefreiung für alle anerkannten Jagdhunde prüfen lassen.

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