Göppingen Verkehr in Göppinger Innenstadt rollt bald einheitlich

Die ganze Göppinger City ist bald ein »Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich«: Es gilt Tempo 20 und überall rechts vor links.
Die ganze Göppinger City ist bald ein »Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich«: Es gilt Tempo 20 und überall rechts vor links. © Foto: Grafik: Nils Hofmann / Quelle: Stadt Göppingen
Göppingen / ARND WOLETZ 11.04.2015
Noch gut zwei Wochen, dann gilt in der Göppinger Kernstadt durchgängig Tempo 20. Radfahrer dürfen künftig fast überall gegen die Einbahnrichtung fahren. Die Vorbereitungen für die Umstellung laufen bereits.

Die Kernstadt von Göppingen ist derzeit ein verkehrstechnischer Flickenteppich: Es gelten viele unterschiedliche Regeln und Höchstgeschwindigkeiten. Damit ist bald Schluss. Denn ab 27. April ist der ganze zentrale Bereich der Innenstadt (siehe Grafik) ein sogenannter "verkehrsberuhigter Geschäftsbereich". Das bedeutet: Überall wo keine Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigten Bereiche sind, gilt flächendeckend das Maximal-Tempo 20 und die Rechts-vor-links-Regel. Außerdem dürfen dann Radfahrer in fast jeder Einbahnstraße auch gegen den Strom schwimmen und in beide Richtungen fahren. Bisher ist das in Göppingen nur ausnahmsweise erlaubt.

Baubürgermeister Helmut Renftle wird die im Oktober vom Gemeinderat beschlossenen neuen Regeln am 27. April bei einem "Stadtspaziergang" vorstellen, teilte die Verwaltung mit. Bis dahin ist aber noch etwas Vorarbeit zu leisten: Derzeit werde vor Ort festgelegt, welche Verkehrszeichen verändert werden müssen, erklärte die Pressestelle der Stadt auf Anfrage. "In erster Linie werden Verkehrszeichen für verkehrsberuhigte Bereiche abgebaut. Für das Radfahren in Gegenrichtung müssen an den Verkehrszeichen für Einbahnstraßen Zusatzschilder angebracht werden." Die neuen Schilder bleiben vorerst noch verhüllt, bis dann in zwei Wochen die neuen Regeln gelten. Die Stadt hat auch eine Info-Broschüre herausgegeben, in der die Änderungen zusammengefasst sind. Vorne drauf prangt als Motto der Schriftzug: "Wir nehmen Rücksicht".

Bevor das Konzept im Oktober beschlossen wurde, war es im Gemeinderat nicht unumstritten - vor allem in den Reihen der CDU. Manche Lokalpolitiker störten sich vor allem an der Freigabe der Einbahn-Richtung für Radfahrer. Sie befürchteten, dass es zu gefährlichen Situationen zwischen Radlern und Autofahrern kommen könnte. Andere Bürgervertreter verwiesen darauf, dass ähnliche Regeln in anderen Städten seit Jahren funktionieren.

Kontrovers diskutiert wurde auch, ob sich Tempo 20 überhaupt kontrollieren lasse. Mancher Auto-Tacho zeige so geringe Geschwindigkeiten gar nicht an, kritisierten einzelne Stadträte. Das lässt die Stadtverwaltung nicht gelten. "Geschwindigkeitsmessungen können auch bei Tempo 20 rechtsfehlerfrei durchgeführt werden. Es erfolgen auch Geschwindigkeitsüberwachungen im verkehrsberuhigten Bereich", ließ die Stadtverwaltung verlauten.

Parken: Änderungen später

Zurückgestellt Zusammen mit der geplanten Vereinheitlichung der Verkehrsregeln sollte eigentlich auch flächendeckend eine Halteverbotszone ausgewiesen werden, die das Parken nur auf ausgewiesenen Flächen mit Parkschein erlaubt. Auch Höchstparkdauer und Gebühren sollten angepasst werden. Das wurde im Oktober zurückgestellt, weil die Stadt im Zuge der Verkehrsuntersuchung auch eine Parkraumerhebung organisiert. Deren Ergebnisse sollen zunächst abgewartet werden.