Als vor neun Jahren weite Teile der Südwestküste Sri Lankas durch einen Tsunami zerstört wurden, rückte das als Urlaubsparadies bekannte Drittweltland ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Zahlreiche Hilfsaktionen und eine große Spendenbereitschaft halfen den Wiederaufbau in den betroffenen Regionen zu unterstützen und den dort Überlebenden eine neue Perspektive zu geben. Heute, Jahre später, sind Sri Lanka und die Armut, unter der dort vor allem viele Kinder nach wie vor leiden, aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Nicht so bei der Göppinger Hilfsorganisation Friends. Der Verein, der sich mit zunächst kleinem Wirkungskreis bereits viele Jahre vor der Naturkatastrophe im Jahr 2004, mit individuellen Patenschaften um Waisen und Kinder verarmter Familien in Sri Lanka kümmerte, ist auch heute noch mit nachhaltiger Hilfe vor Ort und engagiert sich für notleidende sri-lankische Kinder.

Anders als teils deutlich größere Hilfsorganisationen, blieb Friends damals auch über die dringlichste Nothilfe hinaus auf der Insel. Das Ziel der Organisation war und ist es, hilfsbedürftige Kinder, die zudem nun häufig schwersttraumatisiert waren, solange zu unterstützen, bis die nachhaltigen Projekte zuverlässig in regionale Hände übergeben werden können. Und so gehörte Friends mit einem Team vor Ort zu einer der ersten Non-Government Organizations (NGO), die sich ins ehemalige Kriegsgebiet im Norden des Landes vorwagten, um dort ein erstes Hilfsprojekt zur Reintegration ehemaliger Kindersoldatinnen in der Region Vavunija durchzuführen. Bereits kurze Zeit später begann die Friends Kinderhilfe International mit der Planung eines weiteren Projektes in der bürgerkriegszerstörten und verarmten Region Kilinochchi. Eine Einrichtung zur Betreuung und Frühförderung von Kindergartenkindern sollte entstehen.

Dank vieler gesammelten Spenden konnte nach gründlicher Planung im März 2013 mit der Umsetzung des Projekts zur bedarfsgerechten Errichtung eines Kindergartens im verarmten und bürgerkriegszerstörten Norden begonnen werden. Durch den zügigen Baufortschritt und die gute Zusammenarbeit aller Verantwortlichen vor Ort, konnte so im September die Eröffnung des "Early Childhood Development Centers" gefeiert werden, das dort vielen verarmten Kindern von klein auf eine Perspektive geben kann. Die Einrichtung für sechzig Kinder soll gleichermaßen als Ausbildungszentrum für Erzieherinnen aus dem gesamten Distrikt Kilinochchi genutzt werden. Nicht nur die Kinder, sondern auch deren Familien erhalten dort so wieder eine Perspektive und Hoffnung.

"Wir sind sehr stolz auf diese Leistung, die wir vor allem auch unserem sri-lankischen Friends-Team zu verdanken haben", betont Vorsitzende Sylvia Merkle, die die dortigen Kinder nach der Eröffnung ihres Kindergartens in Kilinochchi besucht hat. "Die Freude in den Augen der Kinder zu sehen, bestätigt uns als Hilfsorganisation stets von neuem in unserem Tun."