Amstetten Urkomisches Kochspektakel

Turbulenzen in der Schmuddelküche: "Dirty Dishes" in Amstetten sorgt für Lachattacken. Foto: Konstantin Heidemann
Turbulenzen in der Schmuddelküche: "Dirty Dishes" in Amstetten sorgt für Lachattacken. Foto: Konstantin Heidemann
Amstetten / KONSTANTIN HEIDEMANN 02.11.2013
"Dirty Dishes" ist ein urkomisches Theaterstück zum Lachen, Gruseln und Schaudern. Die ausverkaufte Premiere des Theaters Arche in der Amstetter Fabrikhalle war auf der ganzen Linie ein voller Erfolg.

Es war Halloween und der Tisch schon gedeckt - zumindest für all diejenigen, die sich schon frühzeitig ein Eintrittsticket für die Aufführung von "Dirty Dishes" gesichert hatten. Restlos ausverkauft war die Amstetter Fabrikhalle am Donnerstag und ließ so einer bestens organisierten Premiere nichts mehr im Wege stehen.

Ein bunt gemischtes Publikum aus alt bekannten, aber auch neugierigen neuen Gästen bot sich dem Veranstalter, der Theater-Crew der Arche. Passend zur Handlung war auch die Fabrikhalle mit einem am Rand geparkten Bus aus den 50er Jahren und jeder Menge rustikaler Biergarnituren dekoriert.

"Dirty Dishes", ein Theaterstück von Nick Whitby - in der Inszenierung von Andrea Friedrich - sorgte für durchweg Spaß und herzhafte Lachattacken in den Zuschauerreihen. Als Social-Comedy angekündigt, spielte sich der Bühnenzauber in einer etwas schmuddelig runtergekommenen Küchenkulisse ab, wo ein bunt zusammengewürfelter Haufen illegaler Schwarzarbeiter ein urkomisches Kochspektakel veranstalteten. Etwa das urige Koch-Duo "Valerio" (Andreas Multhauf) und "Carlos"(Holger Raymund), die schon augenscheinlich der absolute Brüller waren. Der eine in Feinripp-Hemd, der andere in abgesägter Jeans, sorgten die beiden zwischen Herd und Pizzaofen für einen Lacher am anderen, bis der Mann in Grün, namens Charly (Ulli Fetzer), ins Rampenlicht trat, der den Lokalbesitzer mimte und proletete - so ist es halt, wenn man illegale Einwanderer beschäftigt hat.

"Was heißt hier illegale Einwanderer", zierte sich Pizzabäcker Carlos, "schließlich war ich mal Anwalt in Sao Paulo" - und hatte schon wieder alle Lacher auf seiner Seite. Doch der kleine Pizzamann Valerio stand ihm in nichts nach und glänzte immer wieder mit lockeren Sprüchen, bis er schließlich strippend auf dem Tisch tanzend sich die Klamotten vom Leib riss.

Auf jeden Fall hatte er so schnell seine Fangemeinde im Publikum gefunden. Edgar (Tobias Bittmann), ein weiterer Küchengehilfe, war anfangs noch unauffällig, bis er nach mehreren Toilettenbesuchen zunehmend schräger wieder auf die Bühne torkelte und wirres Zeug von sich gab. Nicht zu vergessen: Es war immer noch Halloween und die endlose Küchenarbeit schien kein Ende zu nehmen. In der Hektik nahm es dann auch Edgar nicht mehr so genau und zog seine endlosen weißen Linien minutenlang vom Küchentisch - bis er tot zusammenbrach.

Zwischen Geschirr spülen, Teig kneten tauchte auch immer wieder Charly mit neuen Standpauken auf und forderte weiter zum Durcharbeiten auf, was sich die Küchencrew aber nicht ganz so einfach gefallen ließ. Um den ganzen Küchenzauber etwas aufzulockern, forderten die von Pippa (Margit Vagaday) angeleiteten Bedienungsmädchen zwischendurch zur lustigen Tanzrunde auf - bei voll aufgedrehtem Küchenradio.

Info Weitere Aufführungen von Dirty Dishes: 8., 9., 15., und 16. November. Karten unter: www.theater-arche.de

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