Göppingen Umgehung sorgt für Ärger

Der Kreisel in Rechberghausen: Stauursache oder wichtig zur Entspannung der Verkehrssituation? Könnte eine Umgehungsstraße eine Verbesserung der Situation bringen?
Der Kreisel in Rechberghausen: Stauursache oder wichtig zur Entspannung der Verkehrssituation? Könnte eine Umgehungsstraße eine Verbesserung der Situation bringen? © Foto: Staufenpress
Göppingen / Dirk Hülser 18.06.2018
Die geplante Straße um Rechberghausen entzweit Freie Wähler: Emil Frick nutzt eine alte Vorlage als Basis für Kritik.

Freie-Wähler-Stadtrat Emil Frick schimpft, weil die Freien Wähler in der Regionalversammlung angeblich dafür gesorgt haben, dass eine Umfahrung um Rechberghausen auf Göppinger Gemarkung in den Regionalverkehrsplan – der im Juli verabschiedet wird –  aufgenommen wird, die eigentlich schon gestrichen war. Fricks Protest wiederum erzürnt den Göppinger SPD-Regionalrat Jürgen Lämmle, der bei Frick ein Informationsdefizit sieht. Und der Alt-Bürgermeister von Rechberghausen, Reiner Ruf, der für die Freien Wähler im Regionalparlament sitzt und den Antrag miteingebracht hat – der schweigt.

Was ist passiert? Eigentlich war die Umfahrung von Rechberghausen, die als schwer realisierbar gilt, im Entwurf des Regionalverkehrsplans auf Antrag der SPD im März herabgestuft worden, also nicht mehr mit „höchster Dringlichkeit“ versehen. Am 9. Mai hat der Verkehrsausschuss dann auf Antrag der Freien Wähler die Entlastungsstraße doch wieder mit Status „höchste Dringlichkeit“ in den Entwurf aufgenommen – allerdings mit einer entscheidenden Einschränkung: „Die symbolische Darstellung der Entlastungsmaßnahme soll jedoch nicht auf die Gemarkung der Stadt Göppingen bzw. des Stadtbezirks Bartenbach, sondern auf die Gemarkung von Rechberghausen begrenzt werden.“

Dessen ungeachtet hatte Stadtrat Frick daraufhin bei OB Guido Till beantragt, das Thema schnellstmöglich auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen und einen Vertreter der Region Stuttgart einzuladen. Dies soll nun am 28. Juni geschehen. Der Freie Wähler Frick schreibt an Till, die Region Stuttgart halte „an einer zukünftigen Führung der B 297 zwischen dem Reusch und Bartenbach hindurch fest“. Freie-Wähler-Regionalrat Reiner Ruf meint zu Fricks Vorstoß nur: „Die Göppinger Stadtverwaltung wird ja wissen, wie der Sachstand ist.“ Weiter will er sich nicht äußern: „Was soll man da sagen? Ich sage da gar nichts dazu und verweise auf unseren Antrag.“

Bei SPD-Regionalrat Jürgen Lämmle, er war früher Sozialbürgermeister in Göppingen, sorgt Fricks Vorstoß hingegen für Bluthochdruck: „Um die jetzt entstandene Verunsicherung der Göppinger Bürgerinnen und Bürger gar nicht erst aufkommen zu lassen, wäre es angebracht gewesen, sich über den Abstimmungsprozess zu informieren.“ Mit Blick auf Reiner Ruf, der auch im Kreistag sitzt, ergänzt Lämmle: „Zum Beispiel auf dem kleinen Dienstweg beim Freie-Wähler-Fraktionskollegen im Kreistag, der den Beschluss im Verkehrsausschuss der Region – ohne Göppingen-Belastung – initiiert hat.“ Die von Stadtrat Wolfgang Berge erstellte und von Frick verbreitete Grafik mit der Trasse durch Bartenbach entspreche „einer veralteten Beschlusslage des Verbands Region Stuttgart“.

Frick ficht Lämmles Kritik nicht an: „Der Antrag interessiert mich eigentlich null Komma null.“ Ohne seinen Freie-Wähler-Kollegen Reiner Ruf beim Namen zu nennen, sagt Frick: „Der das verbockt hat, sitzt in der Fraktion.“ Das alles sei „eine Sauerei“ und Frick stellt die Frage: „Wo wollen die denn hin, ohne Göppinger Gemarkung zu treffen?“ Das ginge nur mit Hilfe von Tunnels und Brücken, die mehrere 100 Millionen Euro kosten würden. „Da lachen ja die Hühner“, meint Frick.

„Die große Sauerei ist, dass der Ruf das hat machen dürfen“, regt sich Frick auf und findet, die Rechberghäuser sollten zuerst einmal die selbstverschuldeten Stauursachen bekämpfen. „Den Kreisel müssen sie schleifen“, sagt er über das umstrittene Bauwerk auf der B 297 in der Ortsmitte, das von Kritikern immer wieder als eine der Ursachen für die langen Staus angeführt wird.

Im Juli entscheidet die Regionalversammlung

Zeitplan: Am 28. Juni wird sich der Göppinger Gemeinderat mit der Umfahrung von Rechberghausen beschäftigen. Am 18. Juli soll der Regionalverkehrsplan von der Regionalversammlung verabschiedet werden.

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