Göppingen UMFRAGE: 2,5 Milliarden für die Forschung im All?

Göppingen / VIVIEN HENTSCHEL DAVID HÄGENLÄUER 07.08.2012
Der 2,5 Milliarden Dollar teure Roboter "Curiosity" landete am Montag nach einer langen Reise auf dem Mars. Passanten in der Göppinger Innenstadt sagen, was sie von der teuren Mission halten.

Oliver Lohbrunner aus Heiningen fragt sich, ob eine so hohe Summe in einer Raumfahrtmission gut angelegt ist. Der 44-Jährige ist der Meinung, dass es wichtiger sei, zunächst die Probleme hier auf der Erde zu lösen. Er befürchtet, dass die Menschheit die durch die Mission gewonnene Erkenntnisse für die Entwicklung neuartiger Waffen nutzt. Grundsätzlich sieht er keinen wirklichen Vorteil darin zu wissen, ob es auf der roten Planeten Leben gibt.

Auch Karl Sanwald aus Schwäbisch-Gmünd lässt sich von der Begeisterung für diese Unternehmung nicht völlig anstecken. In ferner Zukunft sei der Mars als Ausweichmöglichkeit die Bewohner der Erde durchaus in Betracht zu ziehen. Er ist überzeugt davon, dass die Menschen es früher oder später fertig bringen den Planeten zugrunde zu richten. Auf einen besseren Verwendungszweck für die 2,5 Milliarden will er sich nicht festlegen. "Es wird in noch viel Sinnloseres auf dieser Welt investiert. Zum Beispiel Krieg."

Der Planet Erde hat für die 51-jährige Hildegard Heilig aus Weißenstein ebenso Vorrang. Zwar sei es gut und sinnvoll zu wissen was sich auf den benachbarten Himmelskörpern abspielt, doch gebe es ausreichend Probleme auf der Welt, die es erst zu beseitigen gilt.

Der Mars als potenzielle neue Heimat für die Bewohner der Erde ist für Rossane di Natale gar keine abwegige Vorstellung. Die Überbevölkerung treibe die Menschen sicher irgendwann auf den roten Planeten. Zwar sei Leben auf dem Mars wahrscheinlich nicht möglich, doch vielleicht fände sich ein Weg, die Voraussetzungen dafür eines Tages künstlich zu schaffen. Wenn wichtige Erkenntnisse aus der aktuellen Marsmission gewonnen werden sollten, sieht der 17 Jahre alte Bartenbacher die dafür aufgebrachten Mittel als durchaus gerechtfertigt an.

An Leben auf dem Mars glaubt Sordino Giorgio aus Eschenbach nicht. Der 48-Jährige sieht nicht, wie die Menschen, ausgenommen einiger weniger Wissenschaftler, von den Erkenntnissen des Roboters "Curiosity" über den Mars profitieren sollen.

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