Ebersbach/Kirchheim Über den Wolken

Fragerunde im Hangar des Flugplatzes.
Fragerunde im Hangar des Flugplatzes.
Ebersbach/Kirchheim / SWP 05.07.2014
Die Zisch-Reporter der Klasse 6/7 der Förderschule Ebersbach besuchten im Rahmen des Projektes Zeitung in der Schule (Zisch) den Flugplatz auf der Hahnweide in Kirchheim Teck. Ihr Eindruck: "Wir haben viel Neues gelernt."

Bei heiterem Sonnenschein machten sich zehn Zisch-Reporter mit ihren zwei Lehrerinnen auf den Weg nach Kirchheim. Dort trafen wir Herrn Krüger, den Schulleiter der Flugschule am Flugplatz.

Zuerst erklärte er uns, warum ein Flugzeug überhaupt fliegen kann. Dabei spielen die Tragflächen und der Wind eine große Rolle. Der Wind, der über und unter der Tragfläche entlang strömt, zieht das Flugzeug sozusagen nach oben, das nennt man Auftrieb. Aus diesem Grund fliegen Segelflieger immer von Wolke zu Wolke, weil unter den großen Quellwolken immer Aufwind zu finden ist. Dort schrauben sie sich weit nach oben und segeln dann wieder nach unten.

Anschließend durften wir alle unsere vorbereiteten Fragen stellen. Wir erfuhren zum Beispiel, dass auf dem Flugplatz nur fünf bis sechs Personen fest angestellt arbeiten und die meisten das Fliegen als Hobby neben ihrem eigentlichen Beruf betreiben. Außerdem darf man bereits mit 14 Jahren mit der Ausbildung zum Flugschein für Segelflugzeuge beginnen, ab 16 Jahren dann auch für Motorflugzeuge. Am Ende erklärte uns Herr Krüger die verschiedenen Instrumente in einem Cockpit und den Unterschied zwischen den Sichtfliegern, die mit Segel- oder Motorflugzeugen von der Hahnweide starten, und Instrumentenfliegern, wie zum Beispiel die Piloten, die große Passagierflugzeuge fliegen dürfen.

Nach der Fragerunde machten wir einen Rundgang über das Gelände. Zunächst gingen wir nach nebenan in eine Art Werkstatt. Dort wurden gerade bei einem Flugzeug der Motor und das Fahrwerk gewartet. Herr Krüger erklärte uns, dass Flugzeuge viel öfter gewartet und überprüft werden als ein Auto, denn falls in der Luft einmal ein Problem auftritt, kann es sehr schwierig werden. Deshalb schauen die Piloten ständig danach, dass alles in Ordnung ist. Nach 2000 Flugstunden wird sogar der komplette Motor ausgetauscht, ob er kaputt ist oder nicht. Aufgrund dieser ganzen Wartungen ist das Fliegen zwar recht teuer, allerdings ist es auch eine der sichersten Fortbewegungsmöglichkeiten. Im Vergleich zum Auto, gibt es nur sehr selten Probleme oder sogar Unfälle. Als nächstes gingen wir in einen großen Hangar. Dort standen sehr viele Flugzeuge, die sehr eng und kompliziert geparkt waren. Es ist sehr schwierig, die Flugzeuge richtig zu sortieren, weil manche eine sehr große Spannweite haben, das heißt die Länge zwischen den Enden der Tragflächen ist sehr groß. Mehrere Personen müssen darauf achten, dass sie die Flugzeuge in der richtigen Reihenfolge von Hand hinein- beziehungsweise herausziehen, es ist fast wie ein Puzzle.

Im nächsten Hangar hingen einige ältere Segelflugzeuge von der Decke. Sie waren abgedeckt, damit sie geschützt sind, da sie nur zum Oldtimertreffen herausgeholt werden. Dieses findet alle zwei Jahre auf dem Flugplatz statt und ist eine sehr große Veranstaltung mit vielen Zuschauern. Danach gingen wir auf den Turm zum Flugleiter Joachim. Er erklärte uns, dass der Flugleiter viele verschiedene Aufgaben hat. Vor allem schaut er auf die Windrichtung und bestimmt danach die Landebahn, damit die Flugzeuge immer gegen den Wind starten und landen müssen. Dies teilt er allen Piloten am Boden und in der Luft per Funkgerät mit. Außerdem hört er den Funk von einer zentralen Stelle in Stuttgart, die ständig die Windrichtung und die Wettervorhersage durchgibt. Der Flugleiter achtet auf die Sicherheit auf dem Platz und organisiert den Flugbetrieb für die Motorflugzeuge.

Die Piloten der Segelflugzeuge organisieren sich selbst auf dem Flugfeld, sie hören zwar auch den Funk, legen aber die Reihenfolge und Zeitpunkt der Starts selbst fest. Die Segelflieger werden entweder mit der Seilwinde in die Luft gezogen, das nennt man Windenstart, oder mit Hilfe eines Motorflugzeugs nach oben geschleppt, das nennt man dann F-Schlepp. Außerdem kann ein Segelpilot nicht alleine starten. Da die Segelflugzeuge in der Regel auseinandergebaut in einem Anhänger verstaut sind, ist schon für das Zusammensetzen Hilfe nötig. Zusätzlich sollte beim Start ein Helfer eine Tragfläche halten, damit sie nicht zu Anfang über den Boden schleift. Kurz vor Schluss zeigte und erklärte uns Joachim noch die drei Warnleuchten am Turm. Sie zeigen den Segelfliegern am Boden, die ihre Starts selbst organisieren, dass ein Motorflugzeug starten oder landen wird. Zuletzt machten wir mit Herrn Krüger und Joachim ein Gruppenfoto vor einer Cessna. Es war ein sehr interessanter Tag und wir haben viel Neues gelernt.

Die Zisch-Reporter sind: Jetesa, Kati, Lisa, Nazli, Enes, Kai, Kilian, Marcel, Raoul und Sven, gemeinsam mit Frau Merz und Frau Middendorf.

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