Aichelberg Tunnelbohrmaschine geht an den Start

Tag der Offenen ICE-Baustelle am Aichelberg: Baustart des Boßlertunnels.
Tag der Offenen ICE-Baustelle am Aichelberg: Baustart des Boßlertunnels. © Foto: Sabine Ackermann
Aichelberg / JÜRGEN SCHÄFER 27.12.2014
Ein Koloss zieht die Massen an: Tausende strömten am 8. November zur ICE-Großbaustelle bei Aichelberg, wo eine Tunnelbohrmaschine aufgebaut war.

Aichelberg ist in diesem Jahr zu einem Anziehungspunkt für Technikfreunde geworden. Eine Großbaustelle hat Gestalt angenommen, wie sie das Stauferland noch nicht gesehen hat. Zehn Hektar weit zieht sie sich vom Schlund am Boßler bis in die Nähe des Autobahnrastplatzes Aichelberg. Herzstück ist eine Tunnelbohrmaschine mit 120 Metern Länge.

Die ist seit August in Einzelteilen an der Baustelle eingetroffen, über Monate wurde sie zusammengebaut. Schon der Aufbau hat viele Besucher angelockt, die von einem eigens installierten Infopodest Blick auf die Szenerie haben. Der ist an Wochenenden gut bevölkert. „Das sieht man nur einmal im Leben“, sagen sie meisten Zaungäste. Manche sind schon Experten und verfolgen den Baufortschritt. Bei Führungen am 8. November konnten sich tausende informieren.

Der Tag war indes nur eine Momentaufnahme. Das Schneidrad mit 11,39 Metern Durchmesser wurde symbolisch angedreht, mehr geschah nicht. In den Tagen darauf darauf schob sich die Maschine in Startposition, der Bohrkopf steckt im 15 Meter tiefen Portal. Dort verharrt er noch immer, erst im Januar soll es losgehen.

Seither ist die Infrastruktur nachgezogen worden, die der Tunnelbau braucht. Im wesentlichen sind dies ein Förderband, das den Abraum zu einem Abladeplatz transportiert, und eine Feldbahn, mit der die Betonteile für die Tunnelauskleidung, sogenannte Tübbinge, vom Werk am anderen Ende der Baustelle zum Tunnel gebracht werden.

In der Oströhre, die von Ulm nach Stuttgart führen wird, spielt die Musik. Dort wird die Tunnelbohrmaschine angreifen und dort tut sich schon viel. Tief im Berg haben die Mineure mehr als 800 Meter Strecke herausgesprengt. Das geschieht vom Zugang im Umpfental bei Gruibingen aus, wo ein 948 Meter langer Stollen vorgetrieben wurde. Seit März ist er fertig, der Vortrieb konzentriert sich auf die Strecke hangabwärts Richtung Boßler. Dort war der Tunnel in der ersten Dezemberhälfte schon 730 Meter weit im Berg, albaufwärts 50 Meter. Sehr viel weiter ist der Steinbühltunnel mit 5765 Metern gediehen, der vom oberen Filstal nach Hohenstadt führt. Der Bau der Filstalbrücke beginnt Mitte nächsten Jahres.

Unklar ist, ob weitaus mehr Strecke mit der Tunnelbohrmaschine gemacht werden kann als die geplanten 2,7 Kilometer. Grenzen setzt die Geologie. Dazu liefen in diesem Jahr weitere Untersuchungen.

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