Tüftler mit viel Humor

SONJA ALEXA SCHMITZ/CO 24.07.2013
Mit einer Elternwarnmaschine fing es an: Schon als Kind beschäftigte sich der Haller Bernhard Deutsch mit Elektronik-Basteleien. Seit 35 Jahren baut er Kunst-Automaten. Nun stellt er sie im Museum aus.

Es gibt ein Foto des kleinen Bernhard, wo er am Strand sitzt und mit Nivea-Dosen spielt. "Mein Bruder und ich hatten wenig Spielzeug, also improvisierten wir", erinnert sich der 53-Jährige. Früh fing er das Basteln mit Elektronik an. Er baute eine Elternwarnmaschine. Die machte ein Geräusch im Kinderzimmer, wenn die Eltern sich näherten, sodass die Brüder rasch das Licht löschen und sich schlafend stellen konnten. Man kann ihn etwas sonderbar nennen. "Ich hatte nicht sehr viele Freunde. Je spezieller man ist, desto einsamer wird man." Einsam vielleicht, aber kein bisschen traurig.

In Hall trifft man an verschiedenen Stellen auf seine automatisierten Miniszenerien. Die am meisten Angeschauten ziehen in dem ehemaligen Zollhäuschen auf der Henkersbrücke die Blicke auf sich. Außerdem hängen Automaten am ehemaligen Kiosk, der "Bruscheika", beim Grasbödele. Und natürlich rund um sein Haus in Steinbach. Der erste Automat, den Bernhard Deutsch vor gut 35 Jahren baute, entstand aus einem alten Zigarettenautomaten, den er auf dem Sperrmüll fand. Er steckte "kleine Sächlein" in die Schubladen. Aufgestellt wurde er in der Volkshochschule am Haalplatz. Diese Sächlein sind in einer Ausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum zu finden. Auf der Homepage der Stadt Schwäbisch Hall zur Ausstellung wird Bernhard Deutsch als "Allroundkünstler mit Esprit und hintergründigem Humor" bezeichnet. Seine "sprechenden, singenden oder auch stumm agierenden Kästen" könnten durch Münzen zum Leben erweckt werden, ist auf der Website zu lesen. Sie präsentierten dem Betrachter in heiterer Weise ihre zeitkritischen Kommentare. Derzeit sind 70 bis 80 der Automaten im Museum aufgestellt.

Am Ende der Schau wird Bernhard Deutsch keinen der Automaten mit nach Hause bringen. Es wird eine Versteigerung geben, bei der die Kunst unter den Hammer kommt. Und jetzt kommts: Alles, was keinen Käufer findet, wird von Bernhard Deutsch vor den Augen des Publikums mit dem Hammer zerschlagen.

Info Die Ausstellung endet am Sonntag, 15. September, mit der Versteigerung der Automaten. Weitere Informationen gibt es beim Besucherservice des Museums, Telefon: (0791) 7 51-2 89.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel