Reichenbach im Täle Trümmerhaufen bleibt

Das neue Gewerbegebiet bei Reichenbach im Täle, hier von oben gesehen, wird zu zwei Dritteln von einer örtlichen Baufirma belegt. Im Hintergrund die Wohnhäuser am Weigoldsberg, ganz rechts die Bundesstraße 466. Foto: Markus Sontheimer
Das neue Gewerbegebiet bei Reichenbach im Täle, hier von oben gesehen, wird zu zwei Dritteln von einer örtlichen Baufirma belegt. Im Hintergrund die Wohnhäuser am Weigoldsberg, ganz rechts die Bundesstraße 466. Foto: Markus Sontheimer
Reichenbach im Täle / HARTMUT ALEXY 20.04.2012
Vor vier Jahren hat die Erschließung des Gewerbegebiets an der B 466 bei Reichenbach im Täle begonnen, demnächst soll sie abgeschlossen sein. Trümmerhaufen wird man dort trotzdem noch eine Zeit lang sehen.

Deggingens neues Gewerbegebiet "Südlich der Fabrikstraße", das sich auf einer Bergnase vom Ortsteil Reichenbach in Richtung Deggingen schiebt, hat mit Sicherheit jeder schon einmal gesehen, der auf der B 466 von Geislingen tälesauswärts gefahren ist. Der zur Straße in Richtung Reichenbach steil abfallende Hügel ist gekrönt von Baumaschinen in verschiedenen Ausführungen: große Radbagger, kleine Raupenbagger, Gabelstapler, mobile Kräne, Planierraupen. Und von Schutt und Baumaterial aller Art: alte und neue Abflussrohre, große Steinquader, ganze Brocken von altem Straßenbelag. In die Flanke des Hangs haben die Straßenbauer eine Baustellenzufahrt gegraben - "Anlieger frei", alle anderen müssen draußen bleiben.

Das Sperrschild dürfte noch vier oder sechs Wochen da stehen, dann soll die Erschließung des neuen Gewerbegebiets abgeschlossen sein. Gestern Abend hat Deggingens Gemeinderat schon eine Straßenbeleuchtung für das etwa einen Hektar große Areal ausgesucht, heute sollen die Tiefbauarbeiten "abgenommen" werden. Bürgermeister Karl Weber schätzt, dass die Mängel, die dabei vielleicht noch zu Tage treten, bis Ende Mai behoben sind. Dann gilt das Gewerbegebiet als "voll erschlossen". Die Gemeinde kann es dann mit dem Erschließungsträger abrechnen, und sie hat auch eine Basis für die Kalkulation der Erschließungsbeiträge und der Anschlussgebühren für Wasser und Abwasser, die die späteren Eigentümer zahlen müssen.

Trümmerhaufen werden das Bild des neuen Gewerbegebietes allerdings noch einige Zeit lang bestimmen. Ein oder zwei Jahre, schätzt der Bürgermeister. Er erklärt: Zwei Drittel der Fläche nimmt die Erweiterung einer örtlichen Baufirma ein, deren Eigentümer hier immer dann etwas machen lässt, wenn er in seinem Betrieb mal Kapazitäten frei hat. Das sei auch mit ein Grund, warum die Erschließung vier Jahre gedauert hat. Das Geschäft der Baufirma bringe es nun mit sich, dass sie Arbeits- und Lagerflächen auf verschiedenen Ebenen braucht; also habe sie sich auf der Bergnase allerlei Terrassen und Schrägen angelegt. Sie nutze das Areal auch schon als Lagerfläche: Die großen Natursteine habe sie vor einiger Zeit aus dem Hang geholt und vorerst eben hier deponiert. Und die Straßenbelagsbrocken müsse sie erst noch shreddern, bevor sie eingeschmolzen und wieder als Asphalt verwendet werden können.

Dass all das nicht ohne Krach und Schmutz abgeht, stört offenbar nicht nur die Reichenbacher, sondern auch Weber. Wenn die geplante Shredder-Anlage die vom Gewerbeaufsichtsamt vorgegebenen Dezibel-Werte nicht überschreite, sehe er allerdings keine Möglichkeit, der geplanten Asphaltzerkleinerung die Genehmigung zu verweigern, sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung. "Genehmigungsbehörde" sei im Übrigen das Landratsamt Göppingen - und nicht die Gemeindeverwaltung Deggingen.

Auf dem restlichen Gelände hat ein Betrieb bereits eine Halle errichtet, ein Wohngebäude soll demnächst folgen. Auch für die ganz kleinen Bauplätze (unter 1000 Quadratmeter) hätten sich schon Interessenten gefunden, berichtet Weber.

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