Kreis Göppingen Trassensuche: Transnet BW informiert Gemeinderäte

"Lokales Wissen" werde in die Trassenplanung der Höchstspannungsleitung einfließen, versichert der Netzbetreiber Transnet BW. Foto: Giacinto Carlucci
"Lokales Wissen" werde in die Trassenplanung der Höchstspannungsleitung einfließen, versichert der Netzbetreiber Transnet BW. Foto: Giacinto Carlucci
Kreis Göppingen / ANJA JANTSCHIK 23.03.2013
"Warum gibts Masten statt Erdverkabelung?" oder "Warum ist Schorndorf außen vor?" Solche Fragen, aber auch Kritik und Anregungen gab es bei der Infoveranstaltung für Gemeinderäte von Transnet BW.

Als die Bürgermeister der betroffenen Kommunen im Februar über den Bau einer 380-Kilovolt-Stromleitung von Goldshöfe nach Bünzwangen informiert wurden, regten sie an, auch die Gemeinderäte zu informieren. So hatte denn Netzbetreiber Transnet BW am Donnerstagabend nach Lorch-Waldhausen geladen, um die Bürgervertreter zu informieren.

Nur einen kurzen Teil der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung nahmen die Grundinformation zum Leitungsbau ein. Zumal die Räte diese bereits von den Bürgermeistern hatten. Projektsprecherin Martina Birner ging auf die Eckdaten ein. Etwa, dass die Leitung 110 Millionen Euro kosten soll, zwischen Ebersbach-Bünzwangen und Goldshöfe bei Aalen trassiert wird, bereits gesetzlich festgestellt ist und die Versorgungssicherheit für die Ostalb und den mittleren Neckarraum gewährleisten soll. Sie ermunterte zu einem "echten" und keinem "Scheindialog" - und übergab Moderator Ralf Eggert das Mikrofon. Und die Gäste nutzten die Chance, Antworten zu bekommen.

Thomas Eble aus Großdeinbach verwies auf Erdverkabelungen in Niedersachsen und Thüringen und wollte wissen, ob dies auch eine Option für die neue Leitung wäre. Bernd Lang von Transnet BW antwortete, dass in besagten Ländern Pilotprojekte am Start seien. Hier jedoch sei eine Freileitung geplant. Grund: Bei Erdverkabelung müsse ein 25-Meter-Schutzstreifen freibleiben. Während der Bauphase sogar bis zu 40 Meter. "Eine sechsspurige Autobahn ist 35 Meter breit", verglich er. Zudem sei es schwierig, eine mögliche unterirdische Störung auszumachen. Auf eine Frage hin wurden auch mögliche Raumwiderstände, die eine Trassierung verhindern - oder nur eventuell möglich machen - aufgezählt: Windkraftanlagen, FFH-Gebiete oder etwa Vogelschutz.

Der Gesetzgeber fordere lediglich 40 Meter Abstand von Wohnbebauung. "Eine Freiwilligkeit unsererseits ist ein 200 bis 400 Meter breiter Puffer", unterstrich Lang. Darum könne man nicht einfach auf einer vorhandenen 110-Kilovolt-Leitung trassieren, denn diese führe etwa in Iggingen nah an Häusern vorbei.

"Warum ist die 110-Kilovolt-Leitungstrasse in Richtung Schorndorf nicht im Suchkorridor?" fragte sich Gerhard Hackner aus Lorch. Lorchs Bürgermeister Karl Bühler forderte: "Die Aufweitung des Suchkorridors muss bis Schorndorf erfolgen." Bürgermeister Karl Vesenmaier aus Wäschenbeuren gab ihm Recht: "Wir werden die Trassensuche äußerst kritisch begleiten und gegebenenfalls einen eigenen Raumplaner beauftragen." Wolfgang Kleinrath aus Großdeinbach fragte: "Haben Natur und Erholung eine Chance?" Hier nickte Lang und verwies auf Raumwiderstände wie Heilquellen oder Bodendenkmäler. Immer wieder bekräftigten die Planer, dass "lokales Wissen" in den Trassierungswerkstätten Einfluss nehmen werden.