Göppingen Topometric wächst in Göppingen

In der taktilen Messtechnik werden zum Beispiel Motorbauteile geprüft.
In der taktilen Messtechnik werden zum Beispiel Motorbauteile geprüft.
Göppingen / CONSTANTIN FETZER 04.04.2012
Der Göppinger Messtechnikspezialist Topometric expandiert - und baut ein zweites Firmengebäude auf seinem Gelände. Rund 1,5 Millionen Euro werden investiert, zudem soll ein neues Geschäftsfeld entstehen.

Der Spatenstich war bereits - die Baufahrzeuge arbeiten nun mit Hochdruck. Der Göppinger Messtechnik-Spezialist Topometric investiert rund 1,5 Millionen Euro in einen Anbau direkt neben seinem Hauptgebäude in Göppingen. Damit verdoppelt sich nahezu die Fläche des gesamten Unternehmens in Jebenhausen.

"Wir wollen ein neues Geschäftsfeld etablieren", sagt Geschäftsführer Matthias Krebs. In den vergangenen Jahren habe sich der Markt und das Unternehmen sehr gut entwickelt. Durch eine gute Kundenstruktur sei man auch durch die Wirtschaftskrise ohne große Probleme gekommen. "Natürlich haben wir hier in der Region einen Schwerpunkt in der Automobilindustrie", sagt Krebs - aber auch in der Luft- und Raumfahrttechnik sei man besonders aktiv. Diese Branche boome und hat auch bei Topometric Aufträge platziert - und das langfristig. "Das ist natürlich eine gute Perspektive für uns", sagt Krebs. In dem Gebäude entstehe daher ein weiteres Geschäftsfeld.

Bislang ist das Unternehmen vor allem in der taktilen und optischen Messtechnik aktiv. So wurden zum Beispiel Bauteile für die Fahrzeugindustrie vermessen oder auch in der Qualitätskontrolle in der Flugtechnik werden häufig ganze Baureihen vermessen. Manchmal seien es nur Stichproben, die gemacht werden - Kleinserien lassen die verschiedenen Hersteller bei Topometric auch komplett untersuchen. Eine solche Messung kann mehrere Minuten oder Stunden dauern, berichtet Krebs.

Das neue Geschäftsfeld von Topometric soll sich auf den Anlagenbau in der automatisierten optischen Messtechnik spezialisieren. "Im taktilen Bereich ist dies seit Jahren üblich, nun wollen wir dies auch als Komplettkonzeptionen in der optischen Messtechnik forcieren", kündigt Krebs an. So sollen bei Topometric individuelle Anlagen gebaut werden, damit die Kunden vor Ort ihre Serien selbst kontrollieren können. "Das lohnt sich ab einer bestimmten Menge auf jeden Fall - zumal die automatisierte optische Vermessung viel schneller ist", erklärt Matthias Krebs. Noch stärker als bisher sollen auch Schulungen für Kunden angeboten werden. "Wir sind bereits jetzt für einen namhaften Hersteller die zentrale Schulungsstelle im süddeutschen Raum", berichtet Matthias Krebs.

In den vergangenen Jahren habe sich der Umsatz des Unternehmens immer gesteigert: 3,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Durch das neue Geschäftsfeld soll dies noch einmal verbessert werden. "Wir haben nun 30 Mitarbeiter und wollen noch weitere einstellen", berichtet Matthias Krebs. "Wir wollen aber nicht um jeden Preis wachsen - uns ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter einen sicheren Arbeitsplatz haben, das ist auch in unserem Interesse."

Noch regieren in Jebenhausen die Baumaschinen, die mit Hochdruck arbeiten. Im Juli soll das Gebäude neu bezogen werden - der Zeitplan ist straff. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen", sagt Matthias Krebs. Kein Wunder, dass aufs Tempo gedrückt wird: Bereits in diesem Jahr soll die erste Topometric-Anlage aus dem Bereich der automatisierten optischen Messtechnik ausgeliefert werden. Die Planungs- und Bauzeit dafür dauere ungefähr drei Monate.

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