Porträt Tiere erzählen ihre Geschichten

Ellen-Ingrid Kahrmann an ihrem Schreibtisch.
Ellen-Ingrid Kahrmann an ihrem Schreibtisch. © Foto: Margit Haas
Kreis Göppingen / Margit Haas 27.01.2017

Ellen-Ingrid Kahrmann sitzt an einem kleinen Tischchen und blättert in einem ihrer zahlreichen Büchlein. Fast jeder Quadratzentimeter der Wände des großzügigen Wohnzimmers in Winzingen ist mit Bildern bedeckt. „Die Kunst ist ganz wichtig in meinem Leben. Ohne meine Bilder könnte ich nicht leben“, betont die gebürtige Dortmunderin.

Seit 50 Jahren lebt Ellen-Ingrid Kahrmann in der Region, war mit ihrem Mann Norbert aus dem Ruhrgebiet in den Süden gekommen. Die gelernte Kinderkrankenschwester erinnert sich an die Anfangsjahre. „Ich hatte Sprachschwierigkeiten“, erzählt sie lachend. In ihrem Haus in Winzingen hat sie ihren drei Kindern und später auch den Enkelinnen immer Geschichten erzählt. Geschichten, deren Protagonisten meist aus ihrem Umfeld stammten. Denn die 75-Jährige ist eine gute Zuhörerin, eine aufmerksame Beobachterin, die so auch die Signale bei Menschen erkennt, die diese vielleicht gar nicht offenbaren wollen.

Diese kleinen Unzulänglichkeiten und liebenswürdigen Schwächen fließen in ihre Bücher ein, die sie auf Anregung ihrer Familie geschrieben hat. Dabei will sie „auf keinen Fall den pädagogischen Zeigefinger erheben. Sie lässt deshalb ihre Geschichten von Tieren erzählen. So brechen etwa Max der Igel und sein Schulfreund Hase Melchior aus ihrem Alltag aus und erleben aufregende Geschichten. Die Illustrationen stammen von Kindern aus ihrer Nachbarschaft“ – wie auch in „Das Begonienhaus“, einer Sammlung von Kurzgeschichten „für Kinder und Erwachsene“.

Den Kindern liest sie regelmäßig vor. „Sie sitzen dann auf dem Märchenteppich und lassen sich auf imaginäre Reisen mitnehmen.“ Inzwischen schreibt die umtriebige Seniorin auch für Erwachsene. Spannend sind die drei in dem Band „Der Schattenlöffel“ zusammengefassten „Rentnerkrimis“. Das erklärte Lieblingsbuch von Ellen-Ingrid Kahrmann aber ist „Klönmontag in Helgoland“. Darin serviert sie allerlei Strandgut. Auch ein Kochbuch hat die Autorin verfasst. „Pfeffer und Vanille für die Seele“. In der Hohenstaufener Verlegerin Manuela Kinzel fand sie eine Verlegerin, „die, wie ich selbst, auch an mich glaubte“. Margit Haas

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel