Die Stadt Göppingen hatte soeben ihr im Bau befindliches Verwaltungszentrum am Bahnhof an die Kreissparkasse verkauft. Diese wiederum wird das fertige Büro-Gebäude an den Software-Entwickler und -Dienstleister TeamViewer vermieten. „Damit können wir einen Weltmarktführer in einer der modernsten Branchen über Jahre hinweg in der Hohenstaufenstadt halten“, freute sich Oberbürgermeister Guido Till laut einer Pressemitteilung der Stadt nach der Beurkundung des Kaufvertrags.

Dass die Stadt den Komplex zunächst fertigbauen wird, ist im Vertrag detailliert festgelegt. Entsprechend fällt auch die Kaufpreisberechnung für die etwa 9.300 Quadratmeter Bruttonutzfläche etwas komplexer aus, denn neben dem Richtpreis für das etwa 1.840 Quadratmeter große Grundstück erhält die Stadt von der KSK die gesamten, noch nicht exakt feststehenden Werkkosten erstattet – der Stadt entsteht durch den Verkauf ihres Gebäudes kein finanzieller Nachteil.

Teamviewer braucht größeres Domizil

Wie mehrfach berichtet, wollte die Stadtverwaltung ursprünglich ihre auf mehrere Gebäude verteilten, nicht im Rathaus befindlichen Dienststellen, an zentral gelegener Stelle in einem Städtischen Verwaltungszentrum (SVZ) barrierefrei zusammenführen. Gleichzeitig suchte das 2005 gegründete und bislang stark expandierende Unternehmen TeamViewer ein größeres Domizil. Der zuerst angedachte Neubau auf dem Staufen-Pharmazie/Müller-Areal konnte aber nicht im erforderlichen Zeitrahmen realisiert werden. Deshalb fragte die Kreissparkasse bei der Stadt an, ob sie das im Bau befindliche SVZ erwerben könne. Oberbürgermeister Guido Till und die Fraktionsvorsitzenden sowie anschließend der gesamte Gemeinderat unterstützten diese Überlegungen von Anfang an.

OB Till sieht laut der Pressemitteilung eine dreifache Win-Win-Situation:

  • Teamviewer als großer Arbeitgeber und Weltmarktführer in einer der modernsten Branchen könne auf Jahre hinaus in Göppingen gehalten werden; anderenfalls hätte eine Abwanderung nach Stuttgart gedroht.
  • Das Bahnhofumfeld erhalte eine hochwertige Nutzung mit hoher Frequenz für die ganze Innenstadt.
  • Die Stadt könne nunmehr die städtebauliche Entwicklung des Staufen-Pharmazie/Müller-Areals in Angriff nehmen und dort, ohne finanzielle Einbußen, ein ebenso gut erreichbares SVZ mit umfassenden Bürgerservice planen und bauen.