Göppingen / Carolin Mauritz

„Der Schwerpunkt der heutigen Veranstaltung lautet, stoppt das Töten von Frauen“, erklärt Renate Mutschler, Sprecherin des Interkulturellen Frauenrats Göppingen. Dieser hat am Donnerstag zu einer Tanzdemo gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auf dem Göppinger Marktplatz aufgerufen. Damit unterstützen sie die weltweite Protestaktion „One Billion Rising“ (OBR), die jedes Jahr am 14. Februar dazu aufrief, gegen Gewalt zu protestieren. OBR bezieht sich auf eine Studie der Vereinten Nationen, nach der jede dritte Frau in ihrem Leben Gewalt erfährt. Die Mitglieder des Migrantinnenvereins Göppingen und die Tanzgruppe Mary Dance unterstützten die Aktion mit Tänzen.

„Sexuelle Belästigung, Vergewaltigung oder Ehrenmorde sind nur wenige Beispiele für die Gewalt, die Frauen und Mädchen erfahren. Im Jahr 2017 waren 82 Prozent der Opfer, die von Gewalt in der Partnerschaft betroffen waren, Frauen“, berichtet Anja Verena Schick, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Göppingen. OBR mache Frauen Mut, Hilfsangebote anzunehmen und über ihre Erfahrungen zu sprechen. Es sei wichtig, dieses Thema in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. „Wir müssen uns bewusst werden, dass das überall passiert. Gewalt an Frauen ist nicht so weit weg, wie viele denken“, erklärt Schick. Es sei wichtig, die Augen offen zu halten und Hilfe anzubieten. Genauso wichtig sei es jedoch, Hilfe anzunehmen.

„Viele Menschen wissen nicht, dass jede dritte Frau betroffen ist“, meint Anja Schwendemann, Ansprechpartnerin für Häusliche Gewalt beim Polizeipräsidium Ulm. Sie ist das Bindeglied zwischen der Polizei und Institutionen wie dem Jugendamt und Frauenhäusern. Es sei wichtig, betroffene Frauen auf die Hilfsangebote aufmerksam zu machen.

Info Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist 24 Stunden am Tag zu erreichen und berät in 17 Sprachen zu allen Formen der Gewalt. Tel. (08000) 116016.