Sylvia Hurst wurde 1922 als Doris Fleischer in Göppingen als Tochter von Irma und Julius Fleischer geboren. Julius war Mitinhaber der Korsettfabrik Rosenthal und Fleischer, die am Nordring produzierte (heute Technisches Rathaus).

Mit 16 Jahre flüchtete sie mit einem „Kindertransport“ nach England und rettete sich so vor der Nazi-Diktatur. Auch ihre Geschwister Arnold und Susanne überlebten. Ihre Eltern und ihr jüngster Bruder Richard Ende 1941 aber wurden nach Riga deportiert, wo Irma und Julius Fleischer ermordet wurden.

2011, als in Göppingen die Stolpersteine für ihre Eltern gelegt wurden, waren Sylvia Hurst und ihr Bruder Richard zu Gast in ihrer Geburtsstadt. Sylvia Hurst verbrachte ihr Leben in England, heiratete und bekam eine Tochter. Sie arbeitete als Mode-Designerin und führte später eine Gaststätte, die zum Treffpunkt von Intellektuellen wurde. Ihm Ruhestand schrieb sie ihre Lebenserinnerungen, die 1980 auf Englisch erschienen. In „Laugh or Cry“ sind auch viele Erinnerungen aus Göppingen eingeflossen.

Die Verbindung in ihre Heimatstadt war nie abgerissen. Zeitlebens stand sie in Kontakt zu ihrer Kindheitsfreundin Margret Duisberg. Dankbar erinnern sich nicht zuletzt die Mitglieder der Initiative Stolpersteine an die wache und unkonventionelle Dame, „die immer bereit war, ihre Erfahrungen und Erinnerungen weiter zu geben“, so Klaus Maier-Rubner.