Kreis Göppingen Suche nach Nachfolger beginnt

Kreis Göppingen / SUSANN SCHÖNFELDER 01.03.2012
Nach 42 Jahren ist Schluss: Kreisarchivar Walter Ziegler geht in den Ruhestand. Morgen wird der Posten neu ausgeschrieben - aber nicht mehr als Amtsleiterstelle. Hintergrund sind Umstrukturierungen.

Für Walter Ziegler ist es die Woche der Verabschiedungen: Nach beinahe 42 Jahren als Kreisarchivar geht er jetzt in den Ruhestand. Verwaltungsintern gab es bereits eine Feierstunde, am Samstag gibt es den großen offiziellen Abschied. Parallel zu diesem Veranstaltungsreigen bereitet die Landkreisverwaltung die Nachfolge vor: Morgen wird die Stelle ausgeschrieben, sagt Landrat Edgar Wolff. "Sie bleibt in ihrer Wertigkeit als volle Stelle erhalten. Die Arbeit wird also kontinuierlich fortgesetzt, das sind wir Herrn Ziegler auch schuldig", fügt der Chef der Kreisbehörde hinzu. Ändern wird sich aber trotzdem etwas: Der Posten des Kreisarchivars wird nicht mehr als Amtsleiterstelle ausgeschrieben, sondern als Archivleitung.

Hintergrund ist eine geplante Umorganisation: Bisher sind Kreisarchiv und Kreisarchäologie als eigenes Kulturamt auf Schloss Filseck untergebracht. Ob dieses kleine Amt künftig bestehen bleibt, ist fraglich: "Eventuell wird es Teil des Hauptamtes, weil es hier auch Überschneidungen, zum Beispiel beim Registraturwesen, gibt", erklärt der Landrat.

Externe Berater hatten der Verwaltung eine Fülle von Vorschlägen gemacht, wie das Landratsamt effektiver arbeiten könnte. "Es geht dabei um Einsparpotenziale und organisatorische Abläufe. Das Kulturamt ist dabei eine Maßnahme", sagt Wolff. Ziel sei aber auch, Spielräume aufzuzeigen, die man nutzen könne, wenn es an anderer Stelle in der Verwaltung klemmt. "Das ist ein umfassender Prozess. Alles ist im Fluss", fasst der Behördenchef zusammen.

Nun hofft der Landrat erst einmal auf viele Bewerbungen für die frei werdende Stelle des Kreisarchivars. "Herr Ziegler glaubt, dass es dafür qualifizierte Menschen gibt", ist Wolff zuversichtlich. Die Landkreisverwaltung habe bisher niemanden im Auge - "wir gehen da offen zu Werke." Der Nachfolger könne so früh wie möglich anfangen. Zwangsläufig ergebe sich aber durch das Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren eine vorübergehende Vakanz. Sind geeignete Bewerber gefunden, hat der Verwaltungsausschuss oder gar der Kreistag das letzte Wort, wer die Stelle bekommt "und die Kultur- und Heimatgeschichte hochhält", sagt Wolff. Die staufische Geschichte sei "ein Markenzeichen" des Landkreises, die es zu hegen und zu pflegen gilt.