„Die Straße nützt einzig und alleine Rechberghausen. Als Rechberghäuser Gemeinderat muss man dem Ausbau deshalb zustimmen, nicht aber als Stadtrat von Göppingen.“ Ingo Hagen (CDU) bezog in der jüngsten Sitzung des Göppinger Gemeinderats eindeutig Stellung – wie auch Michael Freche (Linke/Piraten). „Der Ausbau der Kreuzung bringt für Bartenbach richtig viel“, zeigte er sich überzeugt. Damit war die gesamte Breite der unterschiedlichen Ansichten abgesteckt.

Ausbau werde Verkehr produzieren

Christoph Weber (Grüne) verwies auf die Folgen des Ausbaus der Einmündung der Krettenhof- in die Lerchenberger Straße: „Der Ausbau wird Verkehr produzieren.“ Ein Mehr an Belastung würden aber weder die Hohenstaufen- noch die Roßbachstraße vertragen. Auch Felix Gerber (CDU) glaubt, dass „die Begradigung weniger Autos für Bartenbach“ bedeuten würde. Allerdings „ist die Gefahr latent vorhanden, dass wir eine Ortsumfahrung Göppingen auf den Weg bringen“. Dies müsse „näher betrachtet“ und die Frage geklärt werden: „Wollen wir das?“ Sie ließe sich „nicht auf den bestehenden Verkehrswegen realisieren“. Auch Dr. Emil Frick (FWG) befürchtet „einen weiteren Ausbau Richtung Hohenstaufenstraße“ – wie auch sein Fraktionskollege Wolfram Feifel, der vor der „Ortsumgehung Göppingen durch die Hintertür“ warnte. „Es muss bessere Lösungen geben.“ „Wir müssen eine Entscheidung treffen“, betonte dagegen OB Guido Till und bekräftigte: „Ich denke im Augenblick nicht an das Wohl von Rechberghausen oder den Landkreis, sehe aber, dass wir den Verkehr weiter durch Bartenbach führen, wenn wir nichts tun.“ Denn: „Die jetzige Verkehrsführung schreit danach, über Bartenbach zu fahren“.

Baubürgermeister Helmut Renftle hatte in der hitzigen Diskussion darauf hingewiesen, dass es lediglich darum gehe, jetzt einen Bebauungsplan aufzustellen. „Dies ist kein Baubeschluss. Wir haben für 2019 keine Mittel eingestellt und die Finanzierung ist überhaupt noch nicht geklärt.“ Auch Till hatte darauf verwiesen: „Ohne den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan können wir nicht planen. Wir werden aber nicht morgen mit den Baggern anrücken.“ Christoph Weber wandte ein: „Wenn wir dem Bebauungsplan zustimmen, wird die Straße kommen“. Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen.