Kreis Göppingen Streit um B-10-Neubau geht weiter

JOA 27.04.2012

Dass der Weiterbau der B 10 bis Gingen-Ost und der Anschluss der B 466 bei Süßen in Richtung Donzdorf nun getrennt priorisiert werden sollen, schreibt der grüne Landtagsabgeordnete Jörg Matthias Fritz dem Bund zu. "Das ist keine Entscheidung des Landes." Es handle sich um zwei verschiedene Maßnahmen und damit um zwei getrennte Verfahren, so Fritz. Im übrigen hätte Landesverkehrsminister Winfried Herrmann mehrfach öffentlich betont, dass die beiden Bauabschnitte gemeinsam realisiert werden sollten. Fritz: "Alles andere wäre ein Schildbürgerstreich." Landrat Edgar Wolff, Verkehrsplaner Jörg-Michael Wienecke und Ministerialdirektor Hartmut Bäumer hätten sich in einem Gespräch mit ihm am Dienstag darauf verständigt, eine gemeinsame Realisierung anzustreben, so Fritz.

Seine beiden CDU-Landtagskollegen Dietrich Birk und Nicole Razavi sehen das anders: Bei der alten Landesregierung sei immer klar gewesen, dass die beiden Bauabschnitte drei und vier aus verkehrlichen Gründen unbedingt gleichzeitig gebaut werden sollen. "Der getrennte Bau der beiden Abschnitte ist vor allem aus verkehrlicher Sicht völliger Unsinn", empören sich die beiden Politiker. Das sieht auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Werner Simmling als Mitglied des Verkehrsausschusses so. "Der dritte und vierte Abschnitt gehören zusammen. Die jetzigen Versuche des grünen Verkehrsministers beide Bauabschnitte zu trennen, sind ökologischer, bautechnischer und finanzieller Unfug." Vor allem kämen hierbei die Menschen zu kurz, betont Simmling. Die Anwohner blieben noch länger als notwendig Abgasen, Lärm und vor allem Unfallgefahren ausgesetzt. "In meinen Gesprächen und Schreiben an die Bundes- und Landesregierung habe ich immer wieder auf die gemeinsame Realisierung hingewiesen", so Simmling. Eine wirksamer Lärmschutz für die Süßener und eine sinnvolle verkehrliche Lösung seien untrennbar miteinander verbunden.