Erlkönig Strafbefehl gegen Testfahrer nach Unfall mit Erlkönig

Göppingen / 14.11.2012
Gegen einen 36-jährigen Mercedes-Fahrers hat die Staatsanwaltschaft Ulm beim Amtsgericht Göppingen den Strafbefehl erlassen, weil er am 2. Juni diesen Jahres bei einer Testfahrt mit einem sogenannten Erlkönig einen Unfall verursacht habe. Der Testfahrer muss den Führerschein abgeben.
Die Anklagebehörde wirft dem nicht vorbestraften Mann vor, dass er sein zu Erprobungszwecken noch zusätzlich mit Gewichten beladenes Werkfahrzeug von Anbeginn der Steigung von Gammelshausen nach Gruibingen bewusst im Grenzbereich geführt und in eine scharfe Rechtskurve mit 59 Stundenkilometern - und damit zu schnell - eingefahren sei. Gutachterlich beraten stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass diese Kurve selbst für einen geübten Fahrer nur mit einer maximalen Geschwindigkeit von 52 Stundenkilometern zu befahren war.

Für den 36 Jahre alten Mann hatte dies vorhersehbar und vermeidbar zur Folge, dass sein Fahrzeug nach links auf die Gegenfahrbahn geriet und mit einem entgegen kommenden Renault Twingo kollidierte. Die Insassen des Twingos - eine 32-jährige Mutter und ihr sechsjähriges Kind - erlitten zum Teil schwere Verletzungen, wobei aber berücksichtigt werden musste, dass beide Twingo-Insassen nicht angegurtet waren. Rechtlich bewertet dies die Anklagebehörde als vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in zwei tateinheitlichen Fällen.
 
Der zuständige Richter am Amtsgericht Göppingen erließ antragsgemäß den Strafbefehl gegen den Mercedes-Fahrer, gegen welchen eine Geldstrafe im mittleren Bereich festgesetzt wurde. Zudem wurde seine Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperre für die Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis angeordnet. Der 36-Jährige hat den Strafbefehl akzeptiert.
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