Historie Storchen-Ausstellung: Weihnachten vor 100 Jahren

Für viele Soldaten blieb die Wiedervereinigung der Familie an Weihnachten ein Wunschtraum.
Für viele Soldaten blieb die Wiedervereinigung der Familie an Weihnachten ein Wunschtraum. © Foto: Repro: Stadtarchiv
Göppingen / SWP 03.12.2018

Im Sommer 1914 bereiteten sich viele Soldaten in euphorischer Stimmung auf den Ausmarsch vor, andere waren besorgt und beteiligten sich an Protestversammlungen gegen den Krieg. Wie die folgenden vier Jahre bis Kriegsende den Alltag veränderten, zeigt eine Ausstellung im Göppinger Stadtmuseum im Storchen am Beispiel des Weihnachtsfestes. Diese wird am Mittwoch, 5. Dezember, ab 19.30 Uhr von Bürgermeisterin Almut Cobet eröffnet, Museumsleiter Dr. Karl-Heinz Rueß gibt eine Einführung in das Thema.

Christkind, Kaiser und Kanonen finden sich in dieser Zeit in trauter Gemeinschaft am Christbaum. Die Farben Schwarz-Weiß-Rot des Kaiserreichs dominieren alles. Die Ausstellung zeigt, wie das Weihnachtsfest selbst zu einem wichtigen Bestandteil der Propaganda in der Zeit des Ersten Weltkriegs wurde. Vermutlich hatten viele Soldaten, die siegessicher ausrückten, geglaubt, an Weihnachten 1914 wieder im Kreis ihrer Familie zu sein. Es kam anders: Sie mussten fernab der Familie an der Front feiern. Aus der Heimat wurden ihnen hierzu einfache Miniatur-Christbäume und andere „Liebesgaben“ wie warme Kleidung, Schokolade und Zigarren geschickt.

Die Idee zu dieser Ausstellung stammt von dem Gingener Sammler Roland Schramm. Er wird die Ausstellung auch mit Führungen und Sammlergesprächen im Januar und Februar begleiten.

Am Freitag, 7. Dezember, ab 15 Uhr, findet im Storchen ein weihnachtlicher Kindernachmittag mit Führung und Basteltisch für maximal 15 Kinder statt, Anmeldung: Tel. (07161) 650-9911.

Die Ausstellung begleitet auch eine szenische Lesung am 5. Februar ab 19 Uhr im Theater im Bahnhof Rechberghausen.

Info Öffnungszeiten: Di.-Sa. 13-17 Uhr, So. und Feiertage 11-17 Uhr, auch an beiden Weihnachtstagen (bis 24. Februar)

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