Zum zweiten Mal ist das Haus des Linken-Kreisvorsitzenden Thomas Edtmaier angegriffen worden. War es im November noch eine Attacke mit Teerfarbe, so war es dieses Mal ein großer Stein. Er wurde in der Nacht zu Montag durch die Eingangstür des Reihenhauses in Göppingen geworfen. Die Scheibe aus Drahtglas ging dabei zu Bruch.

„Es hat einen Höllenschlag im Haus getan“, berichtet Edtmaier. „Seitdem ist die Welt ein bisschen anders.“ Wer den Anschlag begangen hat, darüber kann der Lokalpolitiker nur spekulieren. „Es gibt kein Bekennerschreiben, aber ich gehe davon aus, es waren unsere alten Freunde vom ,Dritten Weg’.“ Die rechtsextreme Kleinstpartei gilt als Sammelbecken von Neonazis, auch Mitglieder der verbotenen früheren „Autonomen Nationalisten Göppingen“ wurden schon öfter bei Infoständen der Partei gesehen.

Der Farbanschlag im November fand einen Tag vor einer Gerichtsverhandlung gegen einen Neonazi statt, zu der Edtmaier als Zeuge geladen war. Wie Andreas Scheffel, auch das Haus des Göppinger Journalisten war in jener Nacht beschädigt worden. Im Februar wurde bei Scheffel dann eine Fensterscheibe eingeworfen, ins Treppenhaus des Linken-Stadt- und Kreisrats Christian Stähle wurden Drohungen und ein Hakenkreuz gesprüht.

Edtmaier wüsste auch nicht, wer außer Rechtsradikalen etwas gegen ihn haben könnte: Ich habe keinen Ärger mit niemandem“, sagt er – „außer, dass ich halt Kreisvorsitzender der Linken und für die Neonazis eine Zecke bin“. Er sorgt sich nun vor allem um seine Familie: „Der macht das ein bisschen mehr aus als mir.“

Die Polizei kam nachts mit zwei Streifenwagen und nahm den Stein als Beweismittel mit. Gestern teilte die Pressestelle mit, es seien Spuren gesichert worden „Die geben den Ermittlern von der Polizei in Göppingen erste Hinweise auf den Täter“, hieß es weiter.

Zeugenhinweise erbittet die Polizei unter Tel. (07161) 63-2360.

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