STECKBRIEF

SWP 21.04.2012

Prof. Dr. Dr. Ernst Messerschmid, geboren am 21. Mai 1945 in Reutlingen, kommt über die Wissenschaft zur Raumfahrt. Die Europäische Weltraumorganisation ESA wählt den Physiker zusammen mit sieben weiteren Astronauten und Wissenschaftler aus über 1000 Bewerbern für eine Mission ins All aus. Die Crew fliegt im Herbst 1985 für eine Woche in den erdnahen Weltraum und führt an Bord der US-Raumfähre Challenger über 70 Experimente durch. Messerschmid und sein Berliner Kollege Reinhard Furrer sind nach Sigmund Jähn (1978), Ulf Merbold (1983) die ersten Deutschen im All.

Sein Interesse für Physik entdeckt Messerschmid als junger Mann. Er studiert das Fach zunächst an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Den Abschluss macht er als Bester seines Jahrgangs nach sieben Semestern an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Anschließend forscht der Physiker an verschiedenen angesehenen Instituten für Teilchenphysik im In- und Ausland. Ernst Messerschmid lehrt seit 1986 an der Universität Stuttgart. Mehrere Jahre leitet er das dort angesiedelte Institut für Raumfahrtsysteme IRS. Als Chef des Astronautenzentrums der ESA in Köln ist der frühere Raumfahrer auch fünf Jahre für Training und Flugeinsatz der europäischen Astronauten mitverantwortlich. Im Vorstand des Innovationsrats Baden-Württemberg setzt er sich für den Austausch zwischen Forschung, Politik und Wirtschaft ein.

Messerschmid hat viele Auszeichnungen erhalten, darunter das Bundesverdienstkreuz und die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Ernst Messerschmid lebt mit seiner Frau in Reutlingen.