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Preisträger Professor Dr. Wolfgang Stürner von der Universität Stuttgart hielt zum Abschluss der 26. Staufertage einen faszinierenden Festvortrag über "Die Staufer auf dem Weg zur Königswürde".

"Friedrich Stürners Ausgabe wird nicht so schnell ersetzt werden, denn er hat die Forschung über Friedrich II. auf eine neue Grundlage gestellt. Ich gebe ihr eine Halbwertszeit von 500 Jahren", sagte sein Laudator und Kollege am Historischen Institut der Universität Stuttgart, Professor Folker Reichert, bei der Preisverleihung im Hohenstaufensaal des Landratsamts. Er bescheinigte dem Preisträger, der sich schon in seiner Dissertation und Habilitation mit den Staufern und insbesondere mit der Frage, wie Herrschaft entsteht, beschäftigt hatte, philologische Genauigkeit. Jedes Argument habe ein Fundament in den Quellen und im Ziel der Würdigung einer Epoche - Stürner hat eine Biographie in zwei Bänden über Friedrich II. verfasst - habe bei ihm stets die Quelle Vorrang vor der Interpretation gehabt. Außerhalb von Modeerscheinungen leiste die historisch-philologische Methode viel und die Preisverleihung an Stürner sei deswegen "alternativlos und richtig gewesen."

Außer Stürner wurden zwei wissenschaftliche Förderpreise an Dr. Lioba Geis, Köln, und an Dr. Eleni Tounta, Thessaloniki, für ihre Dissertationen verliehen. Beide Frauen hätten den Preis für ihre "herausragenden Doktorarbeiten" bekommen, die sich mit der Herrschaftspraxis der Staufer und der Ideologie, die dahinterstand, sowie der Beeinflussung der Staufer durch byzantinische Vorbilder beschäftigten, so Laudator, Kreisarchivar und Geschäftsführer der Stauferstiftung, Dr. Stefan Lang. Zahlreiche neue Impulse seien davon ausgegangen.

Dr. Hariolf Teufel von der Kreissparkasse und Landrat Edgar Wolff überreichten die Urkunden. Wolff wies darauf hin, dass es wichtig sei, bisherige Forschung durch originelle Denkansätze zu überprüfen und das Interesse der Bevölkerung zu stärken. Ein Hinweis auf das Kinderbuch "Wie wäscht man ein Kettenhemd?", in dem Stauferpreisträger Fragen von Kindern altersgerecht und unterhaltsam beantworten, und ein Dank an Alt-Landrat Franz Weber für sein Engagement schlossen sich an.

In seinem Festvortrag sprach Stürner über die Leistungen Friedrichs II. als Herzog, der mit 16 Jahren das Herzogtum Schwaben übertragen bekam, über seinen Bruder Konrad, sowie über den Dauerkonflikt zwischen Kaiser und Papst. Ebenso war der Streit mit König Lothar um den Umfang des staufischen Territorialbesitzes Thema des Vortrags über die Zeit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Umrahmt wurde der Festakt vom Klaus Wuckelt Trio, das sich mit Liedern und Tänzen in eigenen heutigen Arrangements den mittelalterlichen Topoi annäherte. Sowohl die Saiteninstrumente Mandoline, Gitarre und Kontrabass als auch die Liedformen ließen Themen einer gehobenen höfischen Unterhaltung oder die Aufrechterhaltung der Spannung einer sehnsuchtsvollen Liebe jener Zeit durchschimmern.