Göppingen Stauferfreunde ehren Walter Ziegler mit Friedrich-Preis

Knut Görisch (li.) verleiht den Preis an Walter Ziegler. Foto: Staufenpress
Knut Görisch (li.) verleiht den Preis an Walter Ziegler. Foto: Staufenpress
Göppingen / MARGIT HAAS 22.10.2012
Menschen, die sich im Geiste des Staufers Friedrich II. engagiert haben, werden mit dem "Premio Federichino" ausgezeichnet. Am Samstag bildete die Stiftskirche in Faurndau den Rahmen für die Feierstunde.

Die Staufer sind allgegenwärtig - in Italien noch mehr als in Deutschland. Drei Vereinigungen eint das Interesse an der gemeinsamen Geschichte und sie zeichnen Menschen, die sich um die Aufarbeitung der staufischen Vergangenheit besonders verdient gemacht haben, mit einem Preis aus. "Bereits zum vierten Male bietet uns dieser wunderbare Kirchenraum aus der späten Stauferzeit den stimmigen Rahmen für unsere Feierstunde", freute sich am Samstagabend Professor Knut Görich, Präsident der Gesellschaft für staufische Geschichte Göppingen. Zur Verleihung des "Premio Federichino" waren auch Gäste aus Jesi, der Geburtsstadt Kaiser Friedrich II., anwesend. Gemeinsam mit der dortigen "Fondazione Federico II Hohenstaufen" und der gleichnamigen Gesellschaft von Palermo zeichnete er Personen aus, "die im Geiste Friedrich II. sich besondere Verdienste erworben haben". Kurzfristig hatte allerdings die Delegation aus Palermo ihr Kommen abgesagt.

Dr. Fabio Costantini aus Jesi stellte die Verdienste des italienischen Preisträgers Dr. Gilberto Piccinini heraus, der nicht nur an verschiedenen Universitäten gelehrt hat, sondern als Präsident einer heimatgeschichtlichen Vereinigung der Marken "das Interesse an der eigenen Heimatgeschichte hat wieder aufleben lassen". Professor Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, wurde für die Realisierung der großen Staufer-Italien-Ausstellung vor zwei Jahren geehrt. Walter Ziegler, jahrzehntelang der Archivar der Landkreises, Autor vieler heimatgeschichtlicher Veröffentlichungen und solcher zur staufischen Epoche, habe die Stauferstiftung, deren Geschäftsführer er ist, zu einer hoch angesehenen Einrichtung entwickelt. Wieczorek dankte namens der mit einer Urkunde und einer Friedrich-Statue geehrten Preisträger und stellte das besondere Verdienst der drei Staufergesellschaften heraus, die über die Ländergrenzen hinweg das Interesse an der gemeinsamen Geschichte wach halten. Dieses Engagement sei Vorbild für eine Initiative, die die Medici-Städte in Deutschland und Italien zu einer ähnlichen Zusammenarbeit bringen will. Göppingens Bürgermeisterin Gabriele Zull hat betont, dass "die Erinnerung an die staufische Epoche einen hohen Stellenwert in Göppingen hat". Die Entscheidung der drei Gesellschaften zur Zusammenarbeit werde das Interesse an der staufischen Epoche nachhaltig stärken.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt in der spätromanischen Stiftskirche vom Ensemble "Concerto Festivo" mit Kirsty Wilson (Oboe), Barbara Riede (Violine), Lutz Mandler (Trompete), Gerald Buß (Orgel) und Frank Großmann (Violoncello)mit Kompositionen von Johann David Heinichen, Georg Friedrich Händel, Gottfried Finger und Johann Sebastian Bach.

Info Der "Premio Federichino" wird alle zwei Jahre von der Gesellschaft für staufische Geschichte Göppingen, der Fondazione Federico II Hohenstaufen di Jesi und der Fondazione Federico II di Palermo an Personen verliehen, die sich im Geiste von Friedrich II. kulturelle, soziale und politische Verdienste erworben haben.

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