Operette Staufer-Festspiele: Ein Gewand für die Königin

SWP 23.06.2018

Bevor sich der abenteuerlustige Prinz Tamino ab dem 7. September auf die Suche nach der wunderschönen Pamina machen kann, werden die Schneiderinnen der ehrenamtlichen Schneiderei noch unzählige Stunden voller Eifer und mit anhaltender Begeisterung an den zahlreichen Kostümen arbeiten.

Gemeinsam haben Intendant Alexander Warmbrunn und Gewandmeisterin Michaela Kirn das Ausstattungskonzept für die Inszenierung geplant und entwickelt – immer auch das Zusammenspiel von Regie, Maske, Bühnenbild und Lichtdesign in Gedanken tragend.

In Gesprächen werden gemeinsam Farben und Stoffe ausgewählt und Figurinen gezeichnet. Die Zeichnungen dienen dann dazu diese in Schnitte umzusetzen. Jetzt liegt es an den Fähigkeiten und Kenntnissen einer studierten Gewandmeisterin – einer sehr spezialisierten Ausbildung an großen Theatern und Fachhochschulen – Schnitte für diese Kostüme zu entwerfen. Hierbei helfen historische Schnittmuster und die entsprechende Fachliteratur.

Gemeinsam mit den Damen- und Herrenschneiderinnen werden diese Schnitte in Stoff umgesetzt. Bei den historischen Kleidern ist es von Vorteil, dass es im ehrenamtlichen Schneiderteam Schneiderinnen der Firma Fürstenberg gibt, die jahrzehntelange Erfahrung im Nähen von hochwertigen Miedern haben. Im Team dabei ist der Herrenschneidermeister Josef Hudek, der mit viel Sachverstand im Damenteam die Herrenkostüme betreut.

In den Werkstätten rattern gerade die Nähmaschinen. Die Helfer arbeiten konzentriert an den Kostümen. Zwei der Schneiderinnen diskutieren mit Michaela Kirn ein Schnittmuster. Vereinzelt hört man ein Lachen. Die Arbeitsatmosphäre wird von einem lauten Ruf durchbrochen: „Essen ist fertig!“

Heute hat Helga das Mittagessen vorbereitet. Dietlind Schilling, die Organisatorin der Schneiderei erklärt: „Wir sind ein eingespieltes Team. Die Detailarbeit mit diesen wunderbaren Kostümen macht uns große Freude. Wichtig ist aber auch, dass wir gemeinsam essen, erzählen und lachen können“. Die Arbeit an diesen Kostümen ist mehr als nur eine Manufaktur für herausragende Theaterkostüme, es ist ein soziales Netz, in dem auch das zwischenmenschliche Miteinander einen hohen Stellenwert hat und gepflegt wird. Michaela Kirn schätzt die Arbeit mit den ehrenamtlichen Schneiderinnen sehr: „Die Stimmung und das Engagement der Schneiderinnen ist einmalig.“ Warmbrunn ergänzt: „Die Besucher dürfen sich bei der Zauberflöte wieder auf eine ganz besondere Ausstattung freuen. Die Kostüme sind einfach wunderschön. Es ist wunderbar, zu sehen, wie für eine solche gigantische Opernproduktion tausende von Kostümteilen hier in Handarbeit entstehen – dies ist sicherlich in dieser Form einmalig!“ Im Hintergrund hört man die Nähmaschinen wieder rattern.

Zusätzlich zu den Vorbereitungen betreuen die Schneiderinnen die Mitwirkenden vor, während und nach der Vorstellung. Sie helfen beim Ankleiden, beruhigen und unterstützen wo es nur geht. Die Schneiderei ist eben nicht nur während der Vorbereitung, sondern auch während den Veranstaltungen ein wichtiger Teil der Festspielfamilie. Auch Theaterprofis, etwa von der Stuttgarter Staatsoper, helfen hier ehrenamtlich mit, weil Sie die familiäre Atmosphäre und die hohe Professionalität sehr schätzen.

„Die Kostüme der Zauberflöte werden ein einmaliger Augenschmaus“ verspricht der Intendant Alexander Warmbrunn und ist sehr stolz auf „seine“ Schneiderei.

Ehrenamtliche Schneider gesucht

Mitmachen Interessierte Schneider und Schneiderinnen können sich jederzeit melden um gemeinsam im Bandhaus im Stauferpark (Karl-Ehmann-Str. 43 in Göppingen) sich ins Team einzubringen. Für den August/September suchen die Staufer Festspiele noch eine Kostümassistenz (gerne Schulabgänger die sich für Theater, Kostüme und Organisation interessiert):
info@staufer-festspiele.de oder Telefon (07161) 61898-22.

Aufführungen Die Staufer-Festspiele präsentieren vom 7. bis 15. September „Die Zauberflöte“ von W.A. Mozart
in der Werfthalle Göppingen. Tickets gibt’s unter www.staufer-festspiele.de und bei der NWZ in Göppingen.

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