Sanierung Kinosaal erstrahlt in neuem Glanz

Das Staufen Eins soll mit neuer Leinwand, neuer Bühnenbeleuchtung und neuem Bodenbelag mehr Zuschauer ins Kino locken. Rund 250.000 Euro hat die Modernisierung gekostet. 
Das Staufen Eins soll mit neuer Leinwand, neuer Bühnenbeleuchtung und neuem Bodenbelag mehr Zuschauer ins Kino locken. Rund 250.000 Euro hat die Modernisierung gekostet.  © Foto: Max Haller
Göppingen / Maximilian Haller 15.08.2018
Die Zahl der Kinobesucher in ganz Deutschland geht zurück. Das Göppinger Staufen Movieplex will dieser Entwicklung trotzen und hat den größten Saal modernisiert.

Die Türen des großen Saals im Staufen Movieplex öffnen sich. Ein Meer aus roten Polsterstühlen breitet sich aus. Bis vor kurzem waren die Sessel hier im Staufen Eins noch pechschwarz. Inzwischen wurde dem mit Abstand größten Saal des letzten Göppinger Lichtspielhauses ein „neues Outfit“ verpasst, wie Jörg Huttenlocher berichtet.

Laut dem Betreiber des Staufen Movieplex wurden neben der Bestuhlung auch der Untergrund, der Boden sowie der Teppich saniert. Rund 250 000 Euro habe sich das Movieplex die Modernisierung des Bodenbelags kosten lassen. Obendrein verfüge das Staufen Eins nun über eine neue Leinwand und neue Bühnenbeleuchtung. Der Sockel unter der Leinwand sei zudem mit einem neuem Teppich verkleidet worden.

Für die rund 400 neuen Kinosessel ist das Team von Dragan Djordjevic verantwortlich. Der Salacher hat laut eigener Aussage bereits fünf von Jörg Huttenlochers Kinosälen mit neuen Sitzmöglichkeiten ausgestattet. „Das ist was Nobles“, sagt Djordjevic über die schwarz-rote Bestuhlung im Staufen Eins. Er habe zudem die alten Sessel entfernt und entsorgt. Bei 20 Kilo pro Stuhl seien da zwischen sechs und acht Tonnen Material zusammengekommen, schätzt Djordjevic. Der Umbau habe bereits im Juni begonnen, sagt Jörg Huttenlocher. Pünktlich zum Ende der Fußballweltmeisterschaft seien die Arbeiten abgeschlossen gewesen.

In Zeiten zurückgehender Zuschauerzahlen scheint diese Renovierung erst einmal nicht selbstverständlich zu sein. „Das Kino befindet sich seit Anfang 2018 in einer Krise“, gibt Huttenlocher zu. Das Freizeitverhalten der Menschen habe sich verändert. In ganz Deutschland seien die Umsätze der Lichtspielhäuser um 20 Prozent zurückgegangen. „Es war schon 2016 und 2017 nicht so toll“, resümiert Huttenlocher die letzten Jahre. Dennoch halten die Kinobetreiber tapfer dagegen: „Ganz Deutschland modernisiert.“

Im Movieplex wurde erst im vergangenen Jahr Staufen Vier renoviert. Vor zwei Jahren bekamen die Säle Zwei und Drei einen neuen Anstrich. Laut Huttenlocher müsste eigentlich vornehmlich im Tonbereich modernisiert werden, um den Anforderungen der Kinobesucher gerecht zu werden. Allerdings sei das ein „Riesenaufwand“ und extrem teuer. Den neusten Stand der Technik mache derzeit eine Leinwand der südkoreanischen Marke Samsung aus. Kostenfaktor: 600.000 Euro. „So eine Leinwand gibt es erst einmal in ganz Deutschland“, sagt Huttenlocher.

Auch die Hitze macht dem Movieplex zu schaffen. Nachdem in den vergangenen Wochen Höchsttemperaturen von 38 Grad gemessen wurden, blieben die Zuschauer im Lichtspielhaus aus. Kühle Phasen sind da Gold wert: „Als es vor zwei Wochen mal abgekühlt hat, stieg der Umsatz um 300 Prozent“, berichtet Huttenlocher.

Über 1000 Besucher konnte das Movieplex in diesem Zeitraum verzeichnen. Er bekomme des Öfteren telefonische Anfragen, ob das Kino über eine Klimaanlage verfüge. „Dabei sind unsere Kinosäle grundsätzlich alle klimatisiert, aber die Leute wissen das gar nicht“, wundert sich der Kinobesitzer.

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