Göppingen Stadtkirche: Stiftung verfügt über 111 000 Euro

SABINE HEISS 21.03.2013
Die Stadtkirchenstiftung hat einen ersten Meilenstein erreicht - die 100 000-Euro-Marke beim Stiftungskapital wurde überschritten. Doch der Weg ist lang.

Die Gründung der Stiftung zum Erhalt der Göppinger Stadtkirche liegt nun zwei Jahre zurück. Im Februar 2011 betrug das Gründungskapital 45 000 Euro. Im März dieses Jahres konnte dann die 100 000-Euro-Marke überschritten werden. Ein Grund dafür waren unter anderem 5000 Euro, die der Rotary-Club Göppingen anlässlich seines 60-jährigen Bestehens spendete. Für den Vorstand der Stadtkirchenstiftung ein Grund zur Freude, zumal die aktuelle Summe nun schon 111 000 Euro beträgt. Doch damit ist das Ziel noch lange nicht geschafft. "Wenn ich mal in Ruhestand gehe, möchte ich 500 000 Euro erreicht haben", erklärte Dekan Rolf Ulmer. Der Schriftführer, der mit Vorstandskollegen im Rathaus über den aktuellen Stand der Stiftung informierte, erklärte, dass der Betrieb der evangelischen Stadtkirche jährlich 30 000 bis 40 000 Euro koste. Aktuell werden diese Kosten noch von der Gesamtkirchengemeinde gedeckt. Grundsätzlich ist es auch deren Aufgabe, die Kirche zu unterhalten. Doch im Fall der Stadtkirche wird das in Zukunft so nicht mehr finanzierbar sein. Denn begründet durch den demografischen Wandel, werden die evangelischen Gemeindemitglieder in der Innenstadt immer weniger. Waren es Mitte der 60er Jahre noch 27 000 evangelische Kirchenmitglieder, sind es aktuell noch ungefähr 8000. "Es war lange ein Trend, aus der Stadt ins Reusch oder den Hailing zu ziehen", erläuterte Oberbürgermeister Guido Till die Göppinger Siedlungsstruktur, die zu dieser Entwicklung beigetragen hat. Die Stadtkirche gilt daher nicht mehr nur als Konfessionskirche, sondern als Kirche, die zum Stadtbild beiträgt. Als historisches Wahrzeichen der Stadt dient sie mittlerweile auch als Veranstaltungsstätte für Konzerte, Theateraufführungen und Vorträge. Daher ist auch der Vorstand der Stiftung sehr breit aufgestellt. Neben Dekan Ulmer, der als Schriftführer fungiert, wurde OB Till als Repräsentant der Stadt gewählt. Stellvertretend für ihn agiert Roland Eisele, der auch als Katholik im Kirchengemeinderat von Christkönig aktiv ist.

"Wir wollen beherzt für den Erhalt der Stadtkirche eintreten", erläuterte Till. Doch dafür sei es elementar, das Kapital durch Spenden und Vermächtnisse weiterhin zu erhöhen. Daher werden auch eigene Veranstaltungen in der Stadtkirche angeboten, deren Erlös der Stiftung zu Gute kommt. So veranstaltet Hede Zoller, die ebenfalls Mitglied im Vorstand ist, jeden Mittwochnachmittag das Stadtkirchencafé im Pavillon der Kirche. Zudem werden Benefizkonzerte zugunsten der Stiftung veranstaltet. Als nächste Programmpunkte werden am Karsamstag um 18 Uhr ein Dozentenkonzert des Kammermusikfestivals Hohenstaufen angeboten und am 14. April um 19 Uhr ein Konzert des Bezirksbläserensembles unter Leitung von Gerald Buß.