Gastronomie Stadthallen-Gastro: Neustart im Herbst

Göppingen / Arnd Woletz 06.07.2018
Nach langer Durststrecke des Göppinger Stadthallenrestaurants wagt Milos Vujicic dort einen Neuanfang – mit schwäbischem Grundkonzept. Zuvor soll die Stadt investieren.

Unter keinem guten Stern stand in den vergangenen Jahren die Gastronomie in der Göppinger Stadthalle. Nach einer Insolvenz, mehreren Pächterwechseln und Leerstandsphasen  ist das Restaurant seit nunmehr einem Jahr erneut verwaist. Doch bald soll dort wieder Leben  einkehren, verspricht Milos Vujicic, Chef der gleichnamigen Gastronomiefirma, die im Landkreis bereits mehrere Lokale betreibt (siehe Infobox).  Im Dezember bekam Vujicic nach einigem Hin und Her  den Zuschlag für  Säle und Restaurant der Göppinger Stadthalle. Dabei hatte er seine Bewerbung zunächst zurückgezogen. Daraufhin sollten die Pächter des Gasthofs „Der Andechser“ laut Gemeinderatsbeschluss auch die Stadthalle übernehmen. Als die  jedoch kurzfristig einen Rückzieher machten, kam Vujicic wieder ins Spiel. Seither bewirtet er die Stadthalle bei Veranstaltungen und handelte mit der Stadt einen Pachtvertrag aus.

Der sei „noch nicht endverhandelt“, meinte Olaf Hinrichsen, Pressesprecher der Stadt, noch vor knapp zwei Wochen. Doch der neue Pächter berichtet, inzwischen seien die fraglichen Punkte geklärt. Es gehe noch um die Beschlüsse des Ausschusses für Umwelt und Technik zu den nötigen Modernisierungsarbeiten. Tatsächlich soll das Gremium in der kommenden Woche die Renovierung für eine Viertelmillion Euro absegnen. Darin enthalten seien vor allem Maler-, Schreiner und Sanitärarbeiten, heißt es in der Beschlussvorlage für die Sitzung. So sollen die Toiletten erneuert werden, außerdem müsse die  Einbau-Möblierung an die Erfordernisse des neuen Pächters angepasst werden. Unter anderem sollen die Sitzbänke  in den  Gasträumen umgestaltet, die Beleuchtung instandgesetzt und teilweise erneuert werden.

Und wann wird das Restaurant wieder aufmachen? „Zwischen Ende des Sommers und Anfang Herbst“, meint der neue Pächter. Und zu den Öffnungszeiten: „Es wird auf jeden Fall Frühstück, Mittagstisch, Kaffee und Kuchen geben.“ Er lasse derzeit eine Marktanalyse erstellen, ob für ein Lokal mit Abendöffnung und schwäbischer Grundausrichtung Bedarf bestehe. „Wir machen für unsere Restaurants Konzepte wie Maßanzüge“.  Die Entscheidung darüber werde in den kommenden zwei Wochen fallen, so Vujicic.  „Wenn es wirtschaftlich machbar ist, werden wir es umsetzen.“ Er glaubt: Die Nachfrage ist da. Schließlich habe in den vergangenen Jahren ein inhabergeführtes Lokal nach dem anderen geschlossen. „Und wer isst nicht gerne ein leckeres, in Butter ausgebratenes Schnitzel?“

Das Stadthallenrestaurant sei für die Stadt sehr wichtig, so Vujicic, und er sei der festen Überzeugung, dass auch die Lage in fußläufiger Entfernung zum Zentrum für Mittagstisch-Kunden aus der Arbeitswelt interessant ist. Wichtig sei natürlich auch die Bewirtung der Stadthallensäle, schließlich seien sie das kulturelle Zentrum der Kreisstadt. Die Bewirtung  der Veranstaltungen stelle für einen Wirt aber eine große Herausforderung dar, dafür müsse man sehr breit aufgestellt sein.

Eine Größe in der Gastronomiebranche

Milos Vujicic hat mit dem Lokal  „Der Junge Grieche“ in Eislingen angefangen. Mittlerweile gehört seine Firma Vujicic Gastro GmbH und Co. KG zu den Größen im Landkreis: Er betreibt unter anderem die Gastronomie auf Schloss Filseck, das Restaurant Castello im Donzdorfer Schloss, das Lokal des Donzdorfer Golfclubs und eines weiteren Golfclubs in Stuttgart, außerdem gehört er  zum Gastro-Pool der Donzdorfer Stadthalle.

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