An Methoden wie hinter dem „Eisernen Vorhang“ fühlte sich Stefan Rother jüngst erinnert. Als Anwohner der Jebenhäuser Wasenhalle waren er und Vertreter des Turnvereins Jebenhausen (TV) zu einem Gespräch bei der Stadt Göppingen eingeladen worden. Die Anwohner beklagen seit Jahren Lärmbelästigungen bei ­größeren Veranstaltungen, die auch schon die Polizei auf den Plan gerufen hatten. Ein weiteres Treffen der Beteiligten sollte Fortschritte bringen. Aber: „Wir wurden zunächst mehrmals recht massiv aufgefordert zuzusagen, keinen Kontakt mehr zur Presse zu pflegen. Sonst müsste das Gespräch sofort beendet werden.“ Rother zeigt sich verwundert über dieses Ansinnen. „Es war nie von einem vertraulichen Gespräch die Rede“, so der Jebenhäuser.

Nicht nur der Gesprächsauftakt war für ihn unbefriedigend. „Letztendlich gibt es keine konkreten Ergebnisse und keine neuen Absprachen und es wurde auch kein weiteres Treffen vereinbart.“ Lediglich die Zahl der diesjährigen Veranstaltungen, von denen aller Wahrscheinlichkeit nach Lärmbelästigungen ausgehen könnten, „wurde uns mitgeteilt“. Es sind fünf. „Das wäre ein Umfang, der für uns halbwegs erträglich wäre“, so Rother. Aber: „Wir haben keine Garantie für diese Zahl. Es können jederzeit auch mehr sein“.

Keine Lösung gab es auch zur Frage eines Lärmgutachtens. „Nach Ansicht der Stadt müssten wir einen Gutachter beauftragen. Aber wie sollen wir wissen, wann die relevanten Veranstaltungen stattfinden.“

Zur Frage eines vereinsinternen oder -externen Security-Dienstes „gab es von Seiten des TV keine klare Aussage“. Für Rother stellt sich die Situation so dar: „Die Stadt hat den Ball in das Feld des TV gelegt, kann ihn aber laut dem Mietvertrag zu nichts zwingen.“ „Die Gespräche mit den Betroffenen wurden vertraulich geführt“, teilt Dejan Birk-Mrkaja, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Göppingen, mit. Die Verwaltung werde sich deshalb „zu den Inhalten nicht öffentlich äußern.“

Auch Friedrich Schiller vom TV Jebenhausen gibt „keine Auskunft“. Im Herbst hatte er gesagt: „Ich verstehe die Nachbarn voll.“ Änderungen werde es aber dennoch nicht geben. Er hatte auf die Verträge verwiesen, die der TV mit den externen Veranstaltern abschließt und die ausdrücklich auf die Nachtruhe ab 22 Uhr hinweisen. „Danach müssen die Anwohner halt die Polizei rufen.“

Halle wird untervermietet


Finanzen Die 1907 eingeweihte Wasenhalle gehört der Stadt Göppingen und wird an den TV Jebenhausen vermietet, der sie untervermietet. Nach Aussagen seiner Vertreter ist der TV auf die Einnahmen angewiesen.